Klostermann: Neymar hat mich beeindruckt

Jonas Nohe
Lukas Klostermann (r.) und das DFB-Team verloren das Olympia-Finale 2016 gegen Brasilien erst im Elfmeterschießen

Beim großen Triumph war Lukas Klostermann nicht dabei. Als die deutsche U21-Nationalmannschaft Ende Juni in Polen Europameister wurde, fehlte der Außenverteidiger von RB Leipzig wegen eines Kreuzbandrisses.

Nun ist der 21-Jährige, der bei den Olympischen Spielen 2016 mit Deutschland Silber gewann, wieder fit - und bereit für neue Großtaten.

Vor dem EM-Qualifikationsspiel der U21 gegen Israel am heutigen Dienstag (ab 18.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht Klostermann im SPORT1-Interview über die Ziele der deutschen Mannschaft, das Olympia-Finale gegen Brasilien mit Superstar Neymar und seine Perspektive in Joachim Löws A-Nationalmannschaft. 

SPORT1: Herr Klostermann, Glückwunsch zum Kantersieg in Aserbaidschan und zu Ihrem ersten Tor für die U21. Sind Tore für Sie als Verteidiger immer ein besonderer Moment?

Lukas Klostermann: Vielen Dank. Das ist auf jeden Fall noch etwas Besonderes, gerade weil es jetzt auch das erste Tor für die U21 war. Aber ich glaube, das wird sich auch nicht ändern. (lacht) 

SPORT1: Am Dienstagabend wartet das Spiel in Israel - kann man da ein ähnliches Torspektakel von der deutschen U21 erwarten?

Klostermann: Die Partie in Israel wird schon noch mal eine Stufe schwieriger als das letzte Spiel. Die Israelis haben aus vier Spielen sieben Punkte geholt, von daher wird das sicherlich kein Selbstläufer.


SPORT1: Sie sind seit 2015 in der U21 dabei, haben die EM im Sommer aber verletzungsbedingt verpasst. Haben Sie das Gefühl, dass durch den Titel in Polen Aufmerksamkeit und Erwartungshaltung an die U21 gestiegen sind?

Klostermann: Die Aufmerksamkeit ist sicherlich ein bisschen gestiegen, aber die Erwartungshaltung ist zumindest für uns dieselbe geblieben: Wir wollen natürlich erfolgreich durch die Qualifikation kommen, das ist klar. Wir haben an uns selbst einen gewissen Anspruch, daran hat der EM-Titel für uns Spieler nicht so viel verändert.

SPORT1: Sie haben bei der U21 unter Horst Hrubesch und jetzt unter Stefan Kuntz gespielt, in Leipzig arbeiten Sie erfolgreich mit Ralph Hasenhüttl zusammen. Was haben die Drei gemeinsam und wo zeigen sich Unterschiede?

Klostermann: Das ist schwierig zu beschreiben. Wie es keine zwei gleichen Spieler gibt, gibt es auch keine zwei gleichen Trainer. Ich habe mich unter allen weiterentwickelt und war bzw. bin mit allen zum Glück sehr erfolgreich.

SPORT1: Sie haben in der Champions League und Bundesliga, aber auch bei Olympia und mit der U21 schon gegen zahlreiche Top-Spieler gespielt. Welcher Gegenspieler hat Sie am meisten beeindruckt?

Klostermann: Da gab es gerade durch die Champions League inzwischen natürlich einige und es fällt mir schwer, da einen Einzelnen herauszupicken. Aber wenn ich mich an Neymar erinnere im Olympia-Finale: Wie er in so einem wichtigen Spiel diesen Freistoß schießt, das war natürlich nicht so verkehrt. (lacht)

SPORT1: Als beidseitig einsetzbarer Außenverteidiger könnten Sie selbst auch bald eine Alternative für Joachim Löw sein...

Klostermann: Wenn das irgendwann mal so kommt, hätte ich da sicherlich nichts dagegen. Aber ein Schritt nach dem anderen: Was in Zukunft kommt, darauf freue ich mich - und natürlich ist es ein Traum, den Schritt in die A-Nationalmannschaft zu schaffen. Aber damit das klappt, muss man erst mal jeden Tag hart arbeiten.