Klopp nach unnötigem Remis genervt: "Leben nicht im Traumland"

SID
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Jürgen Klopp machte keinen Hehl daraus, wie stinkig er war. In jede Kamera, die den Welttrainer des FC Liverpool filmte, betete dieser ähnliche Worte herunter. "Wir leben nicht im Traumland und gewinnen Fußballspiele nicht nur, weil wir sie gewinnen wollen. Wir müssen dafür arbeiten, Chancen verwerten und Pässe im richtigen Moment spielen", sagte der Deutsche nach dem merkwürdigen 1:1 (1:0) gegen den Abstiegskandidaten West Bromwich Albion.

Natürlich sind solche Partien auf dem Weg zur Titelverteidigung in der englischen Premier League beim Meister normalerweise fest als Sieg eingeplant, vor größere Probleme stellt Liverpool das Remis aber wohl kaum. Mit 32 Punkten führen die Reds die Tabelle immer noch an. "Es ist nicht mein erster Tag im Job, wir hätten das Spiel gewinnen müssen", sagte Klopp und fügte später an: "Am Ende haben wir nur Unentschieden gespielt - das kann passieren."

Es geschah auch, weil Liverpool den neu formierten Underdog am Leben ließ. Nur zwei der 17 Schüsse Liverpool kamen überhaupt auf das Tor, obwohl die Gastgeber gerade in Durchgang eins haushoch überlegen gewesen waren. Das wunderschöne Führungstor von Sadio Mane (12.), welches Abwehrspieler Joel Matip per glänzendem Chipball in den Strafraum vorgelegt hatte, war eine der wenigen zwingenden Aktionen.

Sauer dürfte Klopp jedoch vor allem wegen der zweiten Halbzeit gewesen sein, in der West Brom unter seinem neuen Teammanager Sam Allardyce mutiger aufspielte und spät durch Semi Ajayi (82.), dessen Kopfball unglücklich vom Pfosten über die Linie trudelte, zum Punktgewinn kam.

Ein weiterer Stimmungskiller für Klopp: In der 60. Minute musste der frühere Schalker Matip mit Adduktorenproblemen raus und wird am Mittwoch (21.00 Uhr) bei Newcastle United wohl ausfallen. "Wir können das nicht ändern und müssen weitermachen", sagte Klopp, dem bereits die langzeitverletzten Innenverteidiger Virgil van Dijk und Joe Gomez fehlen. Insgesamt ein gebrauchter Abend.