Warum Klischees in Diskussionen einfach nur nervig sind

Nada Assaad
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Warum Klischees in Diskussionen einfach nur nervig sind

Die Englander konnen nicht kochen, die Deutschen haben kein Humor und die

Die Engländer können nicht kochen, die Deutschen haben kein Humor und die Araber sind barbarische Hinterwäldler.

Es könnte alles so einfach sein, wenn Klischees wahr wären. Dann müssten wir nicht unseren Denkapparat an – und die Finger von Stereotypen lassen. Bloß scheint nicht bei allen Menschen angekommen zu sein, dass die Realität ein bisschen komplizierter ist.

Kaum fällt mein Name, geht die Diskussion los

Als Journalistin habe ich auffallend oft mit Klischees zu kämpfen, die meinen Migrationshintergrund betreffen. Weil meine Texte vorrangig Themen behandeln, die mit Migration zu tun haben, ist der Rückschluss auf mich als Migrantin natürlich nicht verwunderlich. Das ist bei einigen meiner Texte auch so gewollt.

Ich möchte den Menschen mitteilen, dass ich aus Erfahrung spreche.

Leider bleiben viele an meinem Migrationshintergrund hängen. Mein arabischer Name reicht schon aus, um Diskussionen auszulösen, die nichts mit mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun haben.

Ich habe meine Eltern für meinen Namen verflucht

Als Jugendliche habe ich unzählige schlaflose Nächte damit verbracht, über meinen Vornamen nachzudenken und meine Eltern dafür zu verfluchen. Auch wenn die meisten nicht drauf kommen: Er bedeutet auf Spanisch “nichts”. (Jetzt wisst ihr’s.)

Deswegen erwähne ich in Vorstellungsrunden direkt, dass mein Name arabisch ist und eigentlich die schöne Bedeutung “Morgentau“ hat. 

Meinen “exotischen“ Namen immer wieder zu erklären, finde ich normal, weil er weder typisch arabisch noch typisch deutsch ist. Das heißt: Die Wahrscheinlichkeit, dass man diesen Namen schon einmal gehört hat, ist eher gering.

Einige Leser kaufen mir die Syrerin nicht ab

Seitdem ich in der Öffentlichkeit stehe, fällt mir auf jedoch auf, wie unterschiedlich meine Leser und ich das Wort “normal“ verwenden. Ich finde es zum Beispiel auch normal, als Syrerin kein Kopftuch zu tragen.

Für einige meiner Leser ist es nicht...

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