Klingbeil soll SPD-Generalsekretär werden

Die personelle Neuausrichtung innerhalb der SPD schreitet voran. Carsten Schneider ist bereits neuer parlamentarischer Geschäftsführer, jetzt hat Parteichef Martin Schulz einen neuen Generalsekretär ins Auge gefasst.


SPD-Parteichef Martin Schulz will den niedersächsischen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil als seinen neuen Generalsekretär vorschlagen. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Schulz will Klingbeil schon kommende Woche dem Parteipräsidium vorschlagen. Beim SPD-Parteitag im Dezember soll der 39-Jährige gewählt werden. Klingbeil soll damit auf Hubertus Heil folgen, der seinen Abschied von dem Posten angekündigt hat.

Der Digitalexperte Klingbeil gilt innerhalb der SPD als Nachwuchshoffnung. Bei der Bundestagswahl hatte er seinen Wahlkreis in Nord-Niedersachsen gegen den Bundestrend von der CDU zurückgewinnen können. Zuvor war er bereits als Kandidat für den Posten des Fraktionsgeschäftsführers gehandelt worden.


Klingbeil sitzt seit 2009 im Bundestag und ist Digital- und Verteidigungsexperte der Fraktion. Seitdem hat Klingbeil innerhalb des Bundestags seinen Einfluss ausbauen können. Als Sprecher der SPD-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen gilt er mittlerweile als bestens vernetzt und daran gewöhnt, Mehrheiten zu organisieren. Bei der Bundestagswahl hatte er seinen Wahlkreis in Niedersachsen gegen den Bundestrend von der CDU zurückgewinnen können.

Klingbeil gilt als Vertrauter von Schulz und hatte in einer aufkommenden Personaldiskussion seinen Parteichef verteidigt. „Martin Schulz hat die Partei immer wieder nach vorne gezogen“, sagte Klingbeil gegenüber der „Bild-Zeitung“, eine „Personaldiskussion“ lehnte er ab. Als mögliche Generalsekretäre hatten auch die SPD-Politiker Nancy Faeser aus Hessen, Eva Högl aus Berlin sowie Katarina Barley – die den Job bis zum Sommer bereits gemacht hatte – gegolten.

Klingbeil gehört zu dem konservativen „Seeheimer Kreis“, eine Arbeitsgemeinschaft von Abgeordneten innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion, die damit ihren Einfluss ausbauen könnte. Zuletzt hatte bereits der Haushaltsexperte Carsten Schneider, ebenfalls dem Seeheimer Kreis zugehörig, den Schlüsselposten des parlamentarischen Geschäftsführers der Fraktion erhalten. Auf diesen hatte auch der kommissarische Generalsekretär Hubertus Heil spekuliert. Nachdem die Wahl des Geschäftsführers gegen ihn ausfiel, erklärte Heil auch seinen Rückzug vom Posten des Generalsekretärs. Diese Lücke könnte jetzt Klingbeil schließen.