Klimakonferenz beschließt Aufbau von Fonds für klimabedingte Schäden

Die UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich hat den Aufbau eines Fonds zum Ausgleich für klimabedingte Schäden beschlossen. Vorgesehen ist der Sonntagmorgen getroffenen Entscheidung zufolge zunächst die Einsetzung einer Übergangs-Kommission, die Empfehlungen dazu erarbeiten soll. Darüber soll dann auf der nächsten UN-Klimakonferenz Ende 2023 in Dubai beraten werden.

Der Kommission sollen zehn Vertreter der Industriestaaten und 13 der Entwicklungsländer angehören. Nutznießer des Fonds sollen Entwicklungsländer sein, die besonders verletzlich sind. Diese Fokussierung auf die stark gefährdeten Staaten war zunächst umstritten.

Berücksichtigt werden sollen etwa Schäden ("Loss and Damage") durch Extremwetter mit Überflutungen oder Dürre, aber auch durch allmähliche Veränderungen wie den Anstieg des Meeresspiegels. Auch Verluste von Kulturerbe sollen einbezogen werden.

Allein die V20-Gruppe aus 58 besonders gefährdeten Staaten beziffert ihre Kosten in den vergangenen 20 Jahren auf 525 Milliarden Dollar (587,3 Milliarden Euro). Studien zufolge könnten die Schadenssummen weltweit bis zum Jahr 2050 auf 1,0 bis 1,8 Billionen Dollar jährlich ansteigen.

Festlegungen zum Volumen des Fonds und zum Kreis der Einzahler wurden noch nicht getroffen. Vertagt wurde auch der Konflikt, ob Schwellenländer mit hohen Emissionen und starker Wirtschaftskraft wie China ebenfalls zu den Einzahlern gehören sollen. Bereits jetzt ist zur Finanzierung aber auch von nicht näher definierten "weiteren Finanzquellen" die Rede.

Einen solchen Fonds haben Entwicklungsländer lange gefordert. Von einem "historischen Durchbruch" sprach das World Resources Institute (WRI).

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