Klimaforscher Latif: Sturm "Xavier" nicht durch Klimawandel zu erklären

Mitarbeiter des Grünflächenamts zersägen am 06.10.2017 in Berlin am U-Bahnhof Günzelstraße einen Baum, der wegen einer Sturmböe beim Sturmtief Xavier auf den Eingang der Station gefallen war. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Mitarbeiter des Grünflächenamts zersägen am 06.10.2017 in Berlin am U-Bahnhof Günzelstraße einen Baum, der wegen einer Sturmböe beim Sturmtief Xavier auf den Eingang der Station gefallen war. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nach Ansicht des Klimaforschers Mojib Latif ist das Sturmtief "Xavier" nicht auf den Klimawandel zurückzuführen. Es gebe "keine Anhaltspunkte dafür, dass in Folge des Klimawandels solche Extreme weiter zunehmen werden", sagte der Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel am Freitag im Südwestrundfunk. Größere Sorgen mache er sich über örtlich begrenzte "sehr heftige Gewitter und Tornados". "Die können sich in Folge des Klimawandels durchaus häufen."

Dass "Xavier" besonders heftig wütete, erklärt der Wetterexperte anders: "Das liegt daran, dass die Unterschiede im Druck und der Temperatur im Bereich des Nordatlantiks besonders stark gewesen sind, und dann können sich eben solche extrem starken Stürme entwickeln." Der Sturm sei ein sogenannter Schnellläufer gewesen. "Das ist ein Sturm, der nicht unbedingt vorhersehbar ist", sagte Latif.

Ein solches Tiefdruckgebiet heiße so, "weil es dann wirklich extrem schnell ziehen kann mit hundert Stundenkilometern". "Es gibt tatsächlich Stürme, die innerhalb von 48 Stunden bis zu 5000 Kilometer zurückgelegt haben", sagte Latif. Beispiele für solche sogenannten Schnellläufer aus der jüngeren Vergangenheit seien etwa die Stürme "Kyrill" im Jahr 2007 und "Lothar" im Jahr 2009.