Klimafolgenforscher rechnen mit zunehmend "chaotischem" Monsun in Indien

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Szene nach Monsun-Regenfall in Neu Delhi

Wenn die globale Erwärmung ungebremst weitergeht, werden die Monsun-Regenfälle in Indien stärker und unberechenbarer - mit schweren Folgen für die Ernährung von mehr als einer Milliarde Menschen. Das ist das zentrale Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse eines deutschen Forscherteams, das mehr als 30 aktuelle Klimamodelle aus aller Welt verglichen hat.

Die in der Zeitschrift "Earth System Dynamics" veröffentlichte Studie sagt für die Zukunft mehr extrem nasse Jahre voraus. Dies habe potenziell weitreichenden Folgen für das Wohlergehen, die Wirtschaft und das Ernährungssystem von mehr als einer Milliarde Menschen.

"Wir sehen mehr und mehr, dass es beim Klimawandel um unvorhersehbare Wetterextreme und deren schwerwiegende Folgen geht", erklärte Co-Studienautor Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Columbia University in New York. Denn was "wirklich" auf dem Spiel stehe, sei "das sozioökonomische Wohlergehen des indischen Subkontinents".

Eine "chaotischere Monsunzeit" sei eine Bedrohung für die Wirtschaft in der Region, warnte der PIK-Experte. Die Studie müsse daher ein Weckruf für die Politik sein, "die Treibhausgasemissionen weltweit drastisch zu reduzieren".

Die Forscher fanden nach eigenen Angaben Beweise für eine "exponentielle Abhängigkeit": Für jedes Grad Celsius Erwärmung nähmen die Monsunregenfälle "wahrscheinlich um etwa fünf Prozent zu", erklärte Anja Katzenberger vom PIK und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Mehr Niederschlag sei nur bedingt gut für die Landwirtschaft in Indien und den Nachbarländern, erläuterte Co-Autorin Julia Pongratz. Nutzpflanzen brauchten vor allem in der ersten Wachstumsperiode Wasser, "aber zu viel Regen in den anderen Wachstumsstadien kann den Pflanzen schaden - auch dem Reis, von dem sich ein Großteil der indischen Bevölkerung ernährt".

ao/yb