Kleinkunst: Maren Kroymann ruft den Frauensommer aus

Zum dritten Mal bestimmen Frauen das Sommerprogramm in der Bar jeder Vernunft. Erstmals wird dabei auch politisch getalkt.

Eigentlich haben wir uns im Tipi verabredet. Aber der direkte Nachbar der Kleinkunstbühne ist eben das Kanzleramt. Und Maren Kroymann, von Haus aus Kabarettistin, lässt sich auch nicht lange bitten. Also gehen wir die paar Meter hinüber zu Angela Merkels Amtsdomizil. Vor dem Tor greift die Kroymann in die Gitter und rüttelt ein bisschen. Wie einst Gerhard Schröder. Seinen berühmten Satz "Ich will hier rein!" sagt sie aber nicht. Stattdessen macht sie die Merkel-Raute. Verkehrt rum, mit den Fingerspitzen nach oben. Es soll ja als Parodie erkennbar sein.

Aber der kleine Seitenhieb passt. Denn in der Bar jeder Vernunft, dem Mutterzelt des größeren Ablegers Tipi, startet am heutigen Sonntag der dritte Frauensommer. Was bedeutet, dass das Programm der nächsten fünf Wochen von Frauen gestaltet wird. Da treten dann die Berliner Soul-Sängerin Astrid North auf, die Musikkabarettistin Anna Mateur, die Comedienne Idil N. Baydar und die Diseuse Georgette Dee. Auch wenn sich hinter der Dee ein Mann in Frauenkleidern verbirgt und man das Motto großzügig auslegt: Die viel diskutierte Quote, in der Kleinkunstszene funktioniert sie schon.

Frau Kroymann übernimmt gleich drei Funktionen

Erstmals aber soll in diesem Frauensommer auch diskutiert werden, mit hochrangigen Protagonistinnen aus Kultur, Politik und Gesellschaft. Natürlich über die Rolle der Frau. Hochaktuell in einer weltpolitischen Entwicklung, wo Autokraten wie Putin, Trump und Erdogan die feministischen Errungenschaften um Jahrzehnte ...

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