Kleingärtner: Das grüne Glück des Großstadtmenschen

Der KGV Köln-Deutz feierte sein 100-jähriges Bestehen - Derzeit gibt es 151 Parzellen

Um das Glück im Grünen zu genießen, muss sich der Kölner nicht unbedingt aufs Land begeben. Grüne Oasen gibt es reichlich in Köln. Eine liegt - wenn auch ein wenig verborgen - im Herzen der Stadt. Die Anlage des Kleingärtnervereins Köln-Deutz am Judenkirchhofsweg bietet alles, was das Gärtner-Herz begehrt und der von Hektik und Leistungsdruck gebeutelte Stadtmensch als Ausgleich braucht: "Es ist schon außergewöhnlich, dass es soviel Natur mitten in der Stadt gibt", meint Wolfgang Reibel, erster Vorsitzender des KGV Köln-Deutz. Auf 151 Parzellen bauen Hobby-Gärtner Nutz- und Zierpflanzen an, pflegen ihren Rasen oder sitzen ganz einfach vor ihrem Gartenhaus, um die Resultate ihrer Arbeit zu betrachten. Gespräche "über den Gartenzaun" ergeben sich da ganz von selbst.

Zum Hundertjährigen gönnt sich der Verein ein zünftiges Fest, das allen Altersgruppen etwas zu bieten hat. Rund um das Vereinsheim finden sich kulinarische Verlockungen flüssiger oder festerer Natur, Bierzelte und Freizeitangebote für die Kleinsten. Die Gemeinschaft wird hier ebenso gepflegt wie die Pflanzen in den liebevoll gestalteten Gärten. Veranstaltungen inner- und außerhalb der Anlage sind deshalb fester Bestandteil der Vereinsphilosophie. Neben der Saisoneröffnung im Frühjahr und dem Saisonende im Herbst gibt es regelmäßige Versammlungen, eine Herren-Skat-Gruppe, Kaffeekränzchen und Wanderungen für die Damen, einen Weihnachtsbrunch und gelegentliche Ausflüge. So manchen Schrebergartenpächter begleitet sein Stückchen Grün fast ein Leben lang. Günter Seidler, der seit 1972 eine Parzelle von 280 Quadratmetern bearbeitet, beschreibt seinen Garten als zentralen Ort. Seine Frau Hannelore hat ihn stets bei der Gartenarbeit unterstützt: "Zu zweit im Grünen ist es doch schöner. Wir arbeiten immer zusammen", erklärt er lächelnd. Auch ihre beiden Kinder nahmen die Gartenliebhaber mit in die Anlage, "damit sie mit der Natur verbunden werden". Sorgen um die Sicherheit der Kinder musste sich das Ehepaar nicht machen. "Jung und alt haben hier immer aufeinander aufgepasst", meint Hannelore Seidler zum Zusammenhalt in der Gartengemeinschaft.

Damit es erst gar nicht zu Spannungen zwischen den Pächtern kommt und die Auflagen des Bundeskleingartengesetzes umgesetzt werden, beraten und vermitteln sieben Gartenwarte. "Der Schrebergartengedanke beruht ja auf der Gemeinschaft", meint Gartenwartin Christa Triebeneck und verweist damit auch auf den Ursprung der Gärtner-Gemeinschaft vor hundert Jahren. Damals stand der Nutzgarten klar im Vordergrund der Bürger und Soldaten, die sich zusammenfanden, um durch den Anbau von Gemüse und Obst das Überleben ihrer Familien zu sichern.

Heute dominiert der Freizeitcharakter der Anlage; prächtige Staudenrabatten und Rosenstöcke zieren die kleinen Gärten, der Obst und Gemüse-Anbau macht nur noch ein Drittel der bebauten Fläche aus. Der Schrebergärtner genießt die körperliche Arbeit, den Erholungswert seiner Grünanlage und die Gesellschaft seiner Mitstreiter. "Feste dienen dabei dem gegenseitigen Kennenlernen", begeistert sich Christa Triebeneck.

"Die Anlage ist sehr sozial und kinderfreundlich!", bringt Günter Seidler den Geist des Kleingärtnervereins auf den Punkt. Dass die vielen kleinen Gärten letztendlich wirken wie ein großer, kommt nicht von ungefähr - am Gesamtbild arbeiten nämlich alle zusammen.

Das Vereinsheim des Kleingärtnervereins Köln-Deutz befindet sich im Herzen der Anlage am Judenkirchhofsweg. Wer sich näher über den Verein informieren will, wendet sich per E-Mail oder telefonisch an Wolfgang Reibel , Rufnummer 0173/5219833, oder an Jürgen Jentges , Rufnummer 0171/9308244.

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