Kleinanleger schicken Brandbrief an Flugtaxi-Startup Volocopter

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Heben die Verantwortlichen von Volocopter jetzt ab? Vor dem Spac-Börsengang rebellieren die frühsten Kleininvestoren gegen das Flugtaxi-Startup
Heben die Verantwortlichen von Volocopter jetzt ab? Vor dem Spac-Börsengang rebellieren die frühsten Kleininvestoren gegen das Flugtaxi-Startup

Ohne das Vertrauen der Crowdinvestoren wäre es wohl bloß bei einer luftigen Idee geblieben. Doch als das Startup Volocopter aus Bruchsal im Jahr 2013 seine Vision vom Flugtaxi präsentierte, gab es von 750 Kleinanlegern über Seedmatch die erste Unterstützung. 1,2 Millionen Euro kamen zusammen. Heute bewegt sich das Startup in ganz anderen Dimensionen. Es plant einen Spac-Börsengang und hat im März dieses Jahres 200 Millionen Euro Risikokapital von VCs eingesammelt. Jetzt versucht das Startup offenbar noch vor dem Börsengang seine Kleinanleger mit „Kleckerbeträgen“ loszuwerden, wie Capital berichtet.

22 Crowdinvestoren haben einen Brandbrief an das Management und die Gründer von Volocopter geschickt. Anlass bot zuletzt eine Nachricht des Unternehmens an seine Kleinanleger, in dem es hieß: „Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen einen Teil der Luftfahrtpioniergeschichte geschrieben zu haben.” Das deutet auf ein baldiges Ende der Beziehungen hin. Die Crowdinvestoren forderten daraufhin in ihrem Schreiben, dass sich die Volocopter-Führung klar zu einer weiteren Beteiligung der Kleinanleger bekennt.

Durch das Crowdfunding sind die Anleger über partiarische Darlehen beteiligt. Sie erhalten deshalb nicht das gleiche Recht auf eine Erfolgsbeteiligung wie große Kapitalgeber und werden zum Vertragsende ausbezahlt.

Die Kleinanleger investierten aus eigener Tasche Beträge zwischen 250 und 10.000 Euro in Volocopter. Capital rechnet vor: Die Erfolgsbeteiligung in Höhe von 0,0036 Prozent pro Anteil läge bei null. Laut dem noch laufenden Vertrag würde den Investoren im Falle eines Exits allerdings noch ein Bonuszins zustehen. Allerdings könnte noch eine Kündigung der Seedmatch-Verträge drohen, da die Frist im Juni ausläuft.

Den Kleininvestoren, die den Brandbrief aufgesetzt haben, reichen die vagen Versprechungen des Unternehmens nicht. Sie fordern klare Ansagen. Das Unternehmen soll für den Fall einer Kündigung lediglich auf die vertraglich vereinbarte Standardverzinsung von einem Prozent pro Jahr verwiesen haben. Sie sehen sich von dem Bruchsaler Startup düpiert und von der Crowdfunding-Plattform Seedmatch bislang im Stich gelassen. Die Crowdinvestoren drohen dem Medienbericht zufolge, auch rechtliche Schritte in Erwägung zu ziehen, falls es zu keiner Einigung kommt.

Auf Nachfrage von Capital äußerten sich Seedmatch und Volocopter in einem gemeinsamen Statement, dass man nach einer Lösung suche und noch auf die Zustimmung öffentlicher Stellen angewiesen sei. Gemeint ist das lokal zuständige Finanzamt. Anstatt auf die befürchtete Kündigung der Kleininvestoren konkreter einzugehen hieß es bloß, dass man an einem fairen Angebot arbeite.

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