Klein-Vision AirCar: Ein Flugauto, das wirklich fliegt

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
·Lesedauer: 2 Min.
Klein-Vision AirCar (2020)
Klein-Vision AirCar (2020)

Video zeigt Jungfernflug

Designstudien von Flugautos gab es schon viele, aber die meisten davon haben nie die Garage verlassen, geschweige denn die Startbahn. Ob sie nun zu gefährlich, zu hässlich oder zu teuer waren - die Träume ließen sich bisher fast nie in die Wirklichkeit umsetzen.

Ein slowakischer Designer und Ingenieur namens Stefan Klein, der bereits seit seiner Diplomarbeit (1989) Erfahrung in Sachen Flugautos hat, stellt nun jedoch eine vielversprechende Studie vor - und erbringt sogar schon einen Videobeweis der Flugtauglichkeit.

Kleins Kreation, die er als AirCar bezeichnet, kann per Knopfdruck vom Straßen- in den Flugmodus wechseln. Die Flügel werden automatisch ausgefahren oder verstaut werden, während die Passagiere in der Kabine bleiben dürfen.

Das Video zeigt die Verwandlung vom Auto zum Flugzeug. Dabei bewegt sich zuerst das Heckleitwerk nach hinten, um Platz für die Tragflächen zu schaffen. Dann fahren die nach hinten gelegten Flügel zuerst nach oben, bevor sich die Tragflächen in die horizontale Position bewegen und sich nach links und rechts ausfalten.

Klein-Vision AirCar (2020)
Klein-Vision AirCar (2020)

Für den Vortrieb gibt es einen gewaltigen Schubpropeller zwischen den zwei dicken, nach hinten gerichteten Trägern, die auch das Höhenruder tragen. Durch diese Träger hat das AirCar hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Lockheed P38 Lightning, dem Flugzeug, in dem der Dichter des Kleinen Prinzen, Antoine de Saint-Exupéry, 1944 abgeschossen wurde. Die P38 hatte allerdings zwei normale Propeller vorne.

Mit eingefalteten Flügeln sieht das Flug-Fahr-Zeug einem Auto relativ ähnlich, kann aber seine Zwitternatur nicht verleugnen. Vor allem das überdimensionale Leitwerk hinten lässt erkennen, dass dieses Ding fliegen kann.

Zum Motor oder den Motoren gibt es keine Angaben, genauso wenig wie zu den Fahrleistungen auf der Straße oder im Flug. Statt der zweisitzigen Maschine, die im Video zu sehen ist, sollen aber auch drei- oder viersitzige Versionen möglich sein, genauso wie Varianten mit zwei Propellern und eine Wasserflugzeug-Version, die direkt auf einem See landen kann - ohne abgespreizte Schwimmkörper. Auf der Website Klein-Vision.com gibt es sogar schon Bilder von solchen Varianten.

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Oberflächlich betrachtet mag das AirCar wie ein Durchbruch erscheinen, aber die Hindernisse auf dem Weg zum kommerziellen Flugauto sind zahlreich. Eines sind die horrenden Kosten für die Zulassung einer solchen Kreation, denn ein solches Vehikel muss sowohl als Auto wie als Flugzeug zertifiziert werden. Die Zulassung eines dreirädrigen Flugautos wie des Pal-V soll deutlich einfacher sein, berichtet Newatlas.com.


Source: Klein-Vision via New Atlas, Klein-Vision