Klasnic: "Hoffe, dass Özil nicht zurücktritt"

Reinhard Franke
Ivan Klasnic und Mesut Özil waren 2008 Teamkollegen bei Werder Bremen

Nationalspieler Mesut Özil schweigt auch gut zwei Wochen nach dem bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft in Russland weiter zur Erdogan-Affäre. Einer, der ihm jetzt den Rücken stärkt, ist der frühere kroatische Nationalspieler Ivan Klasnic (41 Länderspiele). 

"Ich habe mit Mesut bei Werder Bremen zusammen gespielt, da war er als junger Spieler noch grün hinter den Ohren", sagte Klasnic im Gespräch mit SPORT1. "Er hat sehr viel Erfahrung gesammelt und sich in meinen Augen zu einem sensationellen Spieler entwickelt."

Man müsse "jetzt nicht immer wieder dieses Thema hochspielen, von wegen nur Mesut oder Ilkay Gündogan. Man sollte beide in Ruhe lassen", forderte Klasnic, der seine erfolgreichste Zeit in der Bundesliga zwischen 2001 und 2008 bei Werder Bremen hatte. In der Saison 2012/13 bestritt er noch drei Spiele für Mainz 05.

Nur wenige Tage nachdem sich DFB-Manager Oliver Bierhoff kritisch zu Mesut Özil geäußert hatte, meldete sich zuletzt auch DFB-Präsident Reinhard Grindel in der "Erdogan-Affäre" zu Wort - und attackierte den 29-Jährigen.


Das Schweigen des Spielers habe "viele Fans enttäuscht, weil sie Fragen haben und eine Antwort erwarten. Für mich ist völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte", sagte Grindel im kicker: "Daneben müssen wir die sportliche Analyse abwarten und schauen, ob Joachim Löw weiter mit ihm plant." 

Vater rät Özil zum Rücktritt

Özils Vater Mustafa riet ihm via Bild daraufhin zum Rücktritt aus der DFB-Elf. "Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Dankeschön, aber das war's."

Klasnic mag all das nicht mehr hören. "Das Turnier ist für die Deutschen vorbei, es waren aber nicht nur Mesut und Ilkay, die gespielt und verloren haben, sondern 21 andere Spieler waren noch im Kader." Und weiter: "Die Deutschen haben kein gutes Turnier gespielt und man konnte klar sehen, dass die Mannschaft nicht homogen war."

Klasnic wolle das Treffen mit Erdogan "nicht überbewerten", das müsse Özil "selber entscheiden". Der frühere Teamkollege wünscht ihm jedenfalls "viel Glück" und hofft, "dass er nicht aus der Nationalmannschaft zurücktritt, sondern weiter macht". 

Denn: Deutschland brauche Özil noch, so Klasnic. "Jeder Spieler kann selbst entscheiden, ob er sich zu wichtigen Themen äußern will oder nicht. Ich kann nur Positives über Mesut erzählen."

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