Klagen, Krebs und Knast - darum wird "Tiger King 2" noch verrückter

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Schriller Typ mit gefährlichen Leidenschaften für Katzen und Killer: Der "Tiger King" Joe Exotic bekommt auf Netflix mit einer zweiten Staffel noch einmal eine große Bühne.

Der "Tiger King" Joe Exotic wäre gern Country- und Westernsänger, war zeitgleich mit zwei Männern verheiratet, lebt eine gefährliche Katzenleidenschaft aus - und meldet sich der zweiten Staffel aus dem Knast. (Bild: Netflix)
Joe Exotic wäre gern Sänger, war zeitgleich mit zwei Männern verheiratet, lebt eine gefährliche Leidenschaft aus - und meldet sich der zweiten Staffel aus dem Knast. (Bild: Netflix)

Der erste Corona-Lockdown war ein Schock, aber Netflix machte ihn ein bisschen erträglicher und ließ im Frühjahr 2020 einen - sagen wir mal - extravaganten Raubkatzen-Besitzer auf das Publikum los. Und weil man eh nichts Besseres zu tun hatte, schaute man sich die skurrilen Eskapaden von Joe Exotic gerne an: Irrer als das Leben in der Pandemie war nur die Netflix-Doku "Tiger King" (deutscher Titel: "Tiger King: Großkatzen und ihre Raubtiere"). Wie das Virus ist auch Joe Exotic nicht unterzukriegen: Ab 17. November zeigt Netflix in fünf neuen Episoden, wie es mit dem exzentrischen Zoobetreiber weitergeht.

Vom "Tiger King" sind noch längst nicht alle Geschichten erzählt, rechtfertigt Netflix den Start einer zweiten Staffel des Trash-Phänomens. Also meldet sich Joseph Allen Maldonado-Passage, geborener Schreibvogel, wie Joe Exotic mit bürgerlichem Namen heißt, in der zweiten Staffel aus dem Gefängnis.

Hi, Joe Exotic here ... - Zu Beginn der zweiten "Tiger King"-Staffel meldet sich Joseph Allen Maldonado-Passage, geborener Schreibvogel (sic!), aus dem Gefängnis.  (Bild: Netflix)
"Hi, Joe Exotic here..." - Zu Beginn der zweiten "Tiger King"-Staffel meldet sich Joseph Allen Maldonado-Passage, geborener Schreibvogel (sic!), aus dem Gefängnis. (Bild: Netflix)

Und ewig lockt der Trash

Ob er irgendetwas Neues zu erzählen hat? Das lässt sich schwer sagen: Netflix hat auf eigentlich übliche Vorab-Screenings für Journalisten verzichtet. Wird schon laufen, mag man sich beim Streamingdienst denken - und könnte damit Recht haben. Die Lust am Trash ist schließlich ein Selbstläufer. Und wenn er dann auch noch dramaturgisch derart virtuos erzählt wird ...

Bildlich gesprochen: Bei Netflix muss man keine Rettungsgasse bilden, man kann den Autounfall ganz ungeniert begaffen und sich dabei in Ekel beeumeln. Zumindest für die erste Staffel reichte das als Konzept aus: Im April 2020 stieg die Bereitschaft, sich auf haarsträubenden Blödsinn einzulassen, enorm. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie war nichts mehr heiter. Zerstreuung musste her. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Weil das Regie-Duo Rebecca Chaiklin und Eric Good bei jahrelangen Recherchen offenbar genug Material gesammelt hat, kann man nun also weiterhin in menschliche Abgründe starren und fassungslos mit dem Kopf schütteln. Gleichermaßen fasziniert wie angewidert von irren Typen, die sich ihrer Durchtriebenheit brüsten, von Hochstaplern, Drogenbaronen und gewöhnlichen Kriminellen, die neben Großkatzen und diversen Ehemännern eine Rolle im Leben des Joe Exotic spiel(t)en.

Jetzt auch noch Krebs

Tierrechtsaktivistin Carole Baskin ist die große Gegenspielerin von Joe Exotic: Sie hat dagegen geklagt, in der zweiten Staffel gezeigt zu werden. (Bild: Netflix)
Tierrechtsaktivistin Carole Baskin ist die große Gegenspielerin von Joe Exotic: Sie hat dagegen geklagt, in der zweiten Staffel gezeigt zu werden. (Bild: Netflix)

Der exzentrische Zoobetreiber selbst wurde 2018 festgenommen und 2020 wegen eines geplanten Auftragsmordes an der Tierrechtsaktivistin Carole Baskin und wegen Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen zu 22 Jahren Haft verurteilt. Als wäre sein Leben hinter Gittern nicht schon schlimm genug, hat Joe Exotic vor kurzem via Instagram "mit traurigem Gesicht" mitgeteilt, an einem "aggressiven Krebs" zu leiden. Mitleid wolle der Reality-Star aber nicht.

Ob auch Joe Exotics erklärte Erzfeindin Baskin, wie von Eric Goode und Rebecca Chaiklin geplant, wieder zu Wort kommen wird, ist unklar. Der Tierrechtsaktivistin scheint die Fortsetzung jedenfalls überhaupt nicht in den Kram zu passen: Sie geht offenbar juristisch gegen die Ausstrahlung vor, hatte bis kurz vor Staffelstart aber keinen Erfolg.

Im Video: Binge-Marathon - "Tiger King"

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