Die klügsten Leute an der Wall Street kaufen diese 2 Aktien: Sollten wir das auch tun?

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Wenn ich Aktien recherchiere, lasse ich mich oft von anderen inspirieren. Zwei meiner liebsten Aktienpicker sind Cathie Wood und Beth Kindig. Obwohl beide Fondsmanagerinnen sind, sind sie sehr großzügig mit ihren Recherche-Ideen und teilen einen Großteil der Gedanken kostenlos im Internet.

Wood ist die Gründerin und Hauptinvestorin einer Reihe von verwalteten Fonds, bekannt als ARK Invest. Einer der großen Gewinner im letzten Jahr war ihr Biotech-Fonds, der Genomic Revolution ETF. Du könntest Wochen damit verbringen, alle Recherche-Ideen von Wood zu untersuchen. Aber eine der Aktien, die mich wirklich fasziniert, ist Butterfly Network (WKN: A2QK02), ein Unternehmen, das ein mobiles Ultraschallgerät anbietet.

Kindig ist eine ehemalige Technologieberaterin, die jetzt den I/O Fund leitet. Sie hat ein tiefes Verständnis für technologische Trends. Eine ihrer neuesten Aktienideen ist Voyager Digital (WKN: A2P9RN), ein aufstrebender Emporkömmling im Kryptowährungshandel.

Ist einer der Aktienpicks das Richtige für dich? Sehen wir uns das genauer an.

1. Kann Butterfly die Ultraschalltechnologie auf der ganzen Welt verbreiten?

Butterfly ist ein 2,18 Milliarden US-Dollar schweres Unternehmen, das tragbare Ultraschallgeräte herstellt. Jeder kann sein Butterfly-iQ+-Gerät an sein iPhone anschließen und in den menschlichen Körper sehen. Das Unternehmen hatte im Jahr 2020 einen Umsatz von 46 Millionen US-Dollar, und sein Quartalsumsatzwachstum betrug 68 % im Jahresvergleich. Momentan sind Ultraschallgeräte laut Mordor Intelligence weltweit ein Markt von etwa 7 Milliarden US-Dollar.

Mit seinem mobilen Gerät hofft Butterfly, die Verfügbarkeit von Ultraschalluntersuchungen dramatisch zu erweitern. Während Ultraschall zwischen 70 und 80 % der diagnostischen Probleme lösen kann, haben bis zu zwei Drittel der Weltbevölkerung keinen Zugang zur Ultraschalltechnologie. Das Basisgerät von Butterfly kostet etwa 2.000 US-Dollar plus Mitgliedschaftskosten. Das ist dramatisch billiger als ein traditionelles Ultraschallgerät, das zwischen 15.000 und 75.000 US-Dollar oder mehr kosten kann.

Das Unternehmen glaubt, dass sein Gerät das Stethoskop auf der grundlegenden Ebene des ärztlichen Werkzeugs ersetzen kann. Anstatt einfach nur dem Herzschlag oder der Atmung eines Patienten zu lauschen, kann der Arzt in den Körper des Patienten schauen und sehen, was dort vor sich geht. Das Unternehmen stellt sich eine Zukunft vor, in der Ultraschallgeräte in Notaufnahmen von Krankenhäusern, Krankenwagen und bei Hausbesuchen eingesetzt werden, um alle Arten von medizinischen Problemen zu diagnostizieren. Butterfly vermarktet sein Gerät sogar an Tierärzte.

Besonders spannend ist, dass das Gerät Teil einer größeren Plattform ist und Ärzte die Ultraschallvideos der Patienten online speichern können. Dieser Software-as-a-Service (SaaS)-Aspekt ist wunderbar für Investoren, da sich die Kunden binden und Butterly wiederkehrende Umsatzströme gewinnt.

Wenn das Unternehmen sein Umsatzwachstum fortsetzen kann, denke ich, dass es eine Monsteraktie sein wird. Aber Butterfly ist noch sehr früh in seiner Geschichte, da es erst im Februar über ein SPAC an die Börse gegangen ist. Im Moment behalte ich die Aktie auf der Beobachtungsliste und warte ab, ob das Unternehmen sein Wachstumstempo beibehalten und die Kluft von den ersten Kunden zu einer breiteren Akzeptanz überwinden kann.

2. Voyager Digital könnte Coinbase outperformen

Kryptowährungsaktien haben in letzter Zeit wahnsinnige Ergebnisse erzielt, besonders nachdem Square und PayPal beträchtliche Investitionen in Bitcoin getätigt haben. Die dominante Kryptobörse Coinbase (WKN:A2QP7J) ist jetzt eine öffentliche Aktie und hat eine massive Marktkapitalisierung von 52 Milliarden US-Dollar. Während Coinbase den großen Vorteil hat, der Platzhirsch und First Mover in den Kryptomärkten zu sein, bevorzugt Beth Kindig eine Underdog-Aktie – den Small-Cap-Broker Voyager Digital.

Warum glaubt sie, dass dieser winzige Broker das massive Coinbase auf den Kopf stellen wird? Ein Hauptgrund ist, dass Voyager 0 US-Dollar Kommission für den Handel anbietet. Und obendrein hat Voyager auch noch 58 Kryptowährungen, die die Leute kaufen können. Das Unternehmen bietet sogar bis zu 10 % Zinsen auf stabile Coins (Krypto, die an einen Reserve-Vermögenswert gebunden ist). Wenn du in Krypto investieren willst, hat Voyager ein starkes Argument – dieser Broker zahlt dir Geld, während Coinbase dich Geld kostet.

Voyager verdient sein Geld bei all den Preisineffizienzen an den Kryptomärkten. So verdienen die Broker auch an der Börse dein Geld. Aber der große Unterschied ist, dass es keine New York Stock Exchange oder Nasdaq für Kryptowährungen gibt. Die Ineffizienzen bei der Preisbildung sind also riesig, und die Möglichkeit für Handelsgewinne ist massiv.

Im Moment befindet sich Voyager in einer Hyper-Wachstumsphase. Bei den meisten Unternehmen schaut man auf die jährlichen Umsatzzahlen oder die Quartalszahlen. Für Voyager ist es ein monatliches Spiel. Am Ende des vierten Quartals hatte Voyager 43.000 Kundenkonten und einen winzigen Umsatz von 3,6 Millionen US-Dollar. Im Januar hatte Voyager über 100.000 finanzierte Konten und 8,5 Millionen US-Dollar Umsatz für den Monat. Im Februar hatte das Unternehmen bereits 175.000 Kundenkonten und der Umsatz verdoppelte sich noch einmal auf 20 Millionen US-Dollar im Monat.

Voyager verfügt nun über ein verwaltetes Vermögen von 2,4 Milliarden US-Dollar (Assets under management = AUM). Das Unternehmen erwartet, dass es jährlich 10 bis 12 % seines AUMs verdienen wird. Obwohl Kryptowährungen notorisch volatil sind, bin ich überzeugt, dass diese Währungen bleiben werden. Ich glaube, dass dieser Broker weiterhin Marktanteile von Coinbase und anderen übernehmen wird, und die Chance ist beträchtlich.

Der Artikel Die klügsten Leute an der Wall Street kaufen diese 2 Aktien: Sollten wir das auch tun? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar, die von der "offiziellen" Empfehlungsposition eines The Motley Fool Premium-Beratungsdienstes abweichen kann. Das Hinterfragen einer Investitionsthese - selbst einer eigenen - hilft uns allen, kritisch über das Investieren nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, klüger, glücklicher und reicher zu werden.

Dieser Artikel wurde von Taylor Carmichael auf Englisch verfasst und am 11.05.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Taylor Carmichael besitzt Aktien von PayPal Holdings, Square, und Voyager Digital Ltd. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Bitcoin, PayPal Holdings und Square. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: long Januar 2022 $75 Calls auf PayPal Holdings.

Motley Fool Deutschland 2021