Klöckner will Ausmaß der Dürreschäden genau in den Blick nehmen

Strohballen auf Getreidefeld in Niedersachsen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) blickt mit Sorge auf die Ernteschäden durch die anhaltende Trockenheit vor allem im Norden und Osten Deutschlands. "Das ganze Jahr arbeiten die Bauern für unsere Lebensmittel - und dann stehen sie vor trockenen Böden und Pflanzen", erklärte Klöckner am Samstag. "Das ist bitter". Kein Bauer fahre freiwillig seine notreife Ernte früher ein. Klöckner kündigte an, angesichts der Dürre das Ausmaß der Ernteschäden genau in den Blick zu nehmen.

"Mein Ministerium prüft nach Abschluss der Ernte eingehend das Ausmaß der Ernteschäden", erklärte sie. Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen - zu denen auch extreme Trockenheit zählt - sind nach Angaben des Ministeriums die Länder zuständig. Bei Ereignissen von nationalem Ausmaß könne aber auch der Bund "ausnahmsweise Hilfen leisten". Eine Bilanz der Schäden kann demnach aber erst nach der Ernte gezogen werden. Seinen jährlichen Erntebericht will das Ministerium im August vorlegen.

Viele Landwirte vor allem in Nord- und Ostdeutschland leiden derzeit unter der anhaltenden Trockenheit. Während der Obstanbau keine Beeinträchtigungen der Ernte erwartet, schadet die extreme Trockenheit besonders dem Getreide- und Rapsanbau. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte zuletzt gewarnt, für einige Betriebe sei die Lage "existenzbedrohend"; nötig seien finanzielle Hilfen wie etwa die Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden.