Klöckner mahnt bei Hochwasser-Soforhilfen Berücksichtigung der Landwirtschaft an

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Zerstörungen in Erftstadt

Zerstörte Ernten oder ertrunkene Tiere: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat die Schäden für die Bauern infolge der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands als teils existenzbedrohend bezeichnet. Nötig sei deshalb, dass bei Soforthilfen des Bundes auch ausdrücklich die Landwirtschaft berücksichtigt werde, forderte Klöckner. Über Soforthilfen berät am Mittwoch das Kabinett in Berlin.

Klöckner appellierte in einem auf Sonntag datierten Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der AFP am Montag vorlag, dass für die betroffenen Landwirte entsprechende finanzielle Unterstützung vorgesehen werden müsse. Noch könne das Ausmaß der Schäden nicht abgeschätzt werden, doch zeigten erste Eindrücke, dass die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und Infrastruktur in den betroffenen Gebieten "ein enormes und damit existenzielles Maß" annähmen.

Gleichzeitig leisteten viele bäuerliche Familien "Unterstützung für die örtlichen Hilfskräfte, wenn sie mit ihren Maschinen helfen, Wasser abzupumpen und Schäden zu beseitigen", schrieb Klöckner in dem Brief an Scholz, der auch an Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) ging. Betroffen seien die Betriebe nicht nur durch Überflutung der Felder, Staunässe und Erosion, sondern auch durch Schäden an der Infrastruktur.

Beispielsweise könne die Grundversorgung der Tiere aufgrund von Stromausfällen "vielfach nur behelfsmäßig mit Notstromaggregaten erfolgen". Die Lagerung, Verarbeitung oder der Transport von Produkten sei oft kaum möglich, "wenn etwa die Milchkühlung auf betroffenen Betrieben gefährdet sowie die Futteranlieferung und Milchabholung durch gesperrte Straßen beeinträchtigt sind", schrieb Klöckner.

"Teilweise laufen Güllekeller voll. Lagerbestände in Hallen wie Getreide, Stroh und Heu sowie Siloanlagen liegen im Wasser und können nicht mehr verfüttert werden", hieß es in dem Brief weiter. Die noch stehenden Getreidebestände seien vielerorts durch die verheerenden Niederschläge und Überschwemmungen "komplett vernichtet", sodass sich die Ernte in weiten Teilen des Krisengebietes als unmöglich erweisen werde. "Ganze Tierbestände sind ertrunken, Einrichtungen von Weingütern und Winzergenossenschaften komplett zerstört."

jm/ilo

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