Klöckner & Co: Kursverluste übertrieben – jetzt auf dynamisches Comeback setzen!

Michael Schröder
1 / 4
ThyssenKrupp: Milliardenschwere Kapitalerhöhung – so geht es nach dem Paukenschlag weiter

Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) befinden sich auf Talfahrt. Seit Anfang März rutschte der Kurs von 12,50 Euro um 30 Prozent ab. Zwischenzeitlich fiel der Kurs sogar unter die 9-Euro-Marke – und damit auf den tiefsten Stand seit April 2016. Doch nun deutet sich möglicherweise eine Trendwende an.

Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank hält die jüngsten Kursverluste der KlöCo-Aktie für übertrieben. Er verwies in der Vorwoche in einer Studie auf sich bessernde Perspektiven für die Stahlpreise in China und Europa. Zudem könnten insbesondere die KlöCo-Aktien aufgrund der starken Präsenz in den USA von einer möglichen weiteren Abschottung des US-Stahlmarktes profitieren, so der Experte. Er hob den fairen Wert auf elf Euro an und stufte die Einschätzung von "Halten" auf "Kaufen" hoch.

Ein Blick auf den Chart zeigt, dass die Aktie des Duisburger Stahlhändlers im Anschluss bisher kaum reagiert hat. Dabei lässt auch die stark gestiegene Auftragslage aus der metallverarbeitenden Industrie als auch im Bausektor eine deutlich stärkere Nachfrage erwarten. Für zusätzliche Fantasie sorgt der Vorstoß in neue Geschäftsbereiche.

Neben einem verbesserten Preisumfeld machten sich in den ersten drei Monaten 2017 auch mehr und mehr die Effekte aus Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen im Zahlenwerk positiv bemerkbar. Ergebnis: das beste Quartalsergebnis seit sechs Jahren. Auch für das laufende zweite Quartal stellt der Vorstand eine robuste Ergebnisentwicklung in Aussicht. Damit dürfte der SDAX-Konzern im Gesamtjahr bei steigenden Umsätzen seinen Gewinn spürbar steigen. Ebenfalls positiv: Die KlöCo-Aktie wird derzeit rund ein Viertel unter ihrem Buchwert gehandelt.

 

Abgerundet wird das Paket durch das Engagement von Friedhelm Loh. Der Unternehmer, bekannt durch seinen lukrativen Einstieg bei Roboterhersteller KUKA vor der Übernahme, hatte sich im vergangenen Jahr mehr als 25 Prozent am Stahlhändler gesichert. In Finanzkreisen wird nicht ausgeschlossen, dass Loh die jüngste Schwäche nutzt, um seinen Anteil weiter aufzustocken. Die nächsten Stimmrechtsmeldungen werden es zeigen. 

 

Trotz der guten Aussichten kommt die Aktie noch nicht von der Stelle. Doch es wäre nicht das erste Mal in der jüngsten KlöCo-Historie, dass es zu einem plötzlichen und vor allem rasanten Stimmungsumschwung kommt. Risikobewusste Anleger könnten deshalb eine Spekulation auf ein Comeback der KlöCo-Aktie starten und auf dem aktuellen Niveau einen Fuß in die Tür stellen. Oberhalb der 10-Euro-Marke kann diese Position dann sogar noch einmal ausgebaut werden. Ein Stopp bei 8,75 Euro sichert nach unten ab.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.