Das kitschige Kostic-Märchen - ohne Happy End

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Das kitschige Kostic-Märchen - ohne Happy End
Das kitschige Kostic-Märchen - ohne Happy End

Nach 59 Minuten war es so weit: Filip Kostic wurde von Trainer Oliver Glasner zu sich gerufen, nahm sein Leibchen ab, bekam letzte Anweisungen und durfte auf das Feld. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Wie würde der Anhang von Eintracht Frankfurt auf den Serben reagieren, nachdem dieser vor dem Ende der Transferperiode mit einem Fehlverhalten seinen Wechsel zu Lazio Rom erzwingen wollte? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

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Die Antwort gab es postwendend. Vereinzelte Pfiffe wurden durch lauten Applaus übertönt, sekundenlang hallten „Kostic, Kostic, Kostic“-Rufe durch das weite Rund.

Der Kostic-Treffer lässt das Eintracht-Stadion explodieren

Und nach 79 Minuten gab es einen weiteren Beleg dafür, wie kitschig der Fußball doch sein kann.

Ausgerechnet diesem Kostic fiel der Ball gegen seinen Ex-Klub aus Stuttgart vor die Füße und der Serbe machte das, was er so gut kann.

Mit Tempo in den Strafraum ziehen und dann präzise per Linksschuss ins lange Eck mit Hilfe des Innenpfostens ab in die Maschen.(DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Der Jubel danach ekstatisch, das mit 25.000 Fans gefüllte Stadion explodierte förmlich aus allen Nähten, es war der emotionale Höhepunkt in einer zu diesem Zeitpunkt hochspannenden Partie.

Kostic rannte vor die Kurve, sprang Richtung Anhang, schrie seine Freude heraus. Der Rucksack war auch für ihn zentnerschwer vor diesem Tag.

Die Mannschaft schloss sich mit dem Superstar der Eintracht zusammen, sie feierten gemeinsam den wichtigen Führungstreffer. Plötzlich war der Unmut der vergangenen Wochen vergessen.

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Glasner erklärt Kostics Bankplatz

Und hätte Rafael Borré bei seinem kernigen Schuss in den Schlusssekunden nicht so viel Lattenpech gehabt, dann wäre Kostic noch Vorbereiter des Siegtores gewesen. So stand trotz Überzahl in der Schlussphase nur ein 1:1, die Eintracht hinkt damit weiterhin ihren Ansprüchen hinterher und wartet auf den ersten Sieg.

„Uns ist natürlich nach dem Tor ein Stein runtergefallen. Das wäre natürlich ein Märchen gewesen, was nur der Fußball schreibt. Ich bin natürlich jetzt enttäuscht über das Ergebnis“, gab Glasner zu.

Der Österreicher ließ Kostic nach Absprache eine Stunde lang auf der Bank sitzen: „Das war kein Schmorenlassen. Filip kam erst am Donnerstag zurück, die Tage gingen nicht spurlos an ihm vorbei, das hatte ihn noch belastet.“

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Hinteregger mit lobenden Worten

Glasners Prophezeiung, dass Kostic als Joker zum Siegtorschützen aufsteigen würde, trat zwar nicht ein.

Doch auch Kapitän Martin Hinteregger stellte fest: „Wir haben gesehen, wie wichtig Filip für uns ist. Er hat die Gegner ins Schwitzen gebracht.“

Die vom Abwehrmann konstruierte Medienschelte, wonach Journalisten die wenigen Pfiffe in der Arena mit „ihrem Schwachsinn“ und „Halbwahrheiten“ provoziert hätten, sollte allerdings intern besprochen werden, das war wenig hilfreich.

Wichtiger aus Eintracht-Sicht ist allerdings, dass Fans und Mannschaft Kostic vor den vielen englischen Wochen mit Europa League und Bundesliga wieder ins Herz geschlossen haben.

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