Kite Pharma explodiert: Gilead schlägt zu – Übernahmespekulation geht auf

Michel Doepke
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Im Februar dieses Jahres hatte DER AKTIONÄR bereits auf mögliche Übernahmekandidaten für Gilead aufmerksam gemacht. Mit Kite Pharma geht diese Spekulation auf: Laut dem Wall Street Journal legt der Biotech-Gigant knapp zwölf Milliarden Dollar (rund 180 Dollar je Aktie) für den CAR-T-Zelltherapie-Spezialisten auf den Tisch. Vorbörslich gewinnt die Aktie rund 25 Prozent.

In den vergangenen Wochen legte die Kite-Pharma-Aktie bereits eine beeindruckende Rallye auf das Parkett und eilte von einem Rekordhoch zum nächsten. Nun macht Gilead ernst und reißt sich den Krebsimmuntherapie-Spezialisten unter den Nagel. DER AKTIONÄR hat immer wieder betont, dass der einstige Biotech-Star Gilead in Form einer Übernahme tätig werden muss, um die Umsatzrückgänge zu kompensieren.

Elf Milliarden Dollar für Kite Pharma sind ein Wort – doch damit sichert sich Gilead eine der vielversprechendsten Technologien in der Krebsmedizin. Wie tief Gilead in die Tasche greift, unterstreicht die Tatsache, dass Kite keine einzige zugelassene Therapie beziehungsweise Medikament vorweist. Im vierten Quartal steht die Zulassungsentscheidung für das am weitesten fortgeschrittene Kite-Projekt an. Zuvor hat bereits Novartis die Möglichkeit, mit einer vergleichbaren Therapie die Zulassung zu erhalten.

Diese Übernahme sorgt im US-Biotech-Sektor vorbörslich für viel Bewegung: Während Gilead-Aktionäre den Deal begrüßen und die Aktie um drei Prozent zulegt, ziehen auch die Kite-Konkurrenten kräftig an. Juno Therapeutics schießt um satte 16 Prozent nach oben. Und auch die AKTIONÄR-Alt-Empfehlung Bluebird Bio gewinnt rund zehn Prozent.

 

Startschuss ist gefallen

In einer ähnlichen Situation wie Gilead befinden sich mehrere große Pharma-Unternehmen. Gut möglich, dass dieser Merger der Startschuss einer Übernahmewelle im Sektor darstellt. Leser konnten an dem jetzigen Deal gut verdienen: Im Februar und Juni hat DER AKTIONÄR zum Kauf geraten. Das Kursplus beläuft sich seit der Zweitempfehlung auf knapp 100 Prozent.