Kirkland Lake: Eine (Gold-)Klasse für sich

Markus Bußler
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Goldcorp: Ein neues Tief

Leider gut. Dieser zugegebenermaßen etwas der Jugendsprache abgewandelte Satz trifft auf die Aktie von Kirkland Lake Gold zu. Während Gold-Aktien im Allgemeinen von den Anlegern stiefmütterlich behandelt werden, besticht die Altempfehlung des aktionär mit einer beeindruckenden Performance. Seit Anfang 2016 summiert sich das Plus auf beeindruckende 680 Prozent. Begleitete der Markt die Fusion von Kirkland Lake und Newmarket Gold anfangs noch mit Skepsis, zeigt sich mittlerweile die Stärke des Zusammenschlusses.


Hochgradige, kostengünstige Minen


Mit Fosterville in Australien und Macassa in Kanada hat Kirkland Lake zwei hochgradige Untertageminen, die durch extrem niedrige Kosten bestechen. So lagen die wichtigen Gesamtkosten einschließlich des Unterhalts der Mine (All-in sustaining Costs (AISC)) bei 812 Dollar. Eine Zahl, die noch zu Anfang des Jahres 2017 niemand für möglich gehalten hatte. Ursprünglich kalkulierte das Management von Kirkland Lake mit Kosten von 950 bis 1.000 Dollar.
Die Zahlen für 2017 lesen sich insgesamt wie ein Lehrbuch des Erfolgs: Der Konzern hat 596.405 Unzen Gold produziert – und damit 90 Prozent mehr als noch im Jahr 2016, das freilich wegen der Fusion mit Newmarket nicht ganz vergleichbar ist. Im laufenden Jahr will man sogar die 600.000-Unzen-Grenze knacken. Neben Macassa und Fosterville tragen auch noch die weiteren Minen zum Erfolg bei: Taylor in Ontario/Kanada soll im laufenden Jahr 60.000 bis 70.000 Unzen produzieren, die Holt-Mine, ebenfalls in Ontario, 65.000 bis 75.000 Unzen.
Im vergangenen Jahr hatte Kirkland Lake neben Fosterville mit Cosmo noch eine zweite Mine in Australien in Betrieb. Doch die Mine wurde Mitte des Jahres stillgelegt. Die Exploration geht weiter. Zuletzt gab es auch starke Treffer vom Lantern-Depot auf Cosmo. Kirkland Lake traf 1,6 Kilogramm Gold über einen Abschnitt von 0,91 Meter. Das erhöht die Chancen, dass das Projekt bei einem steigenden Goldpreis wieder in Produktion gehen wird. Doch Kirkland dürfte sicherlich nicht abgeneigt sein, wenn sich früher oder später ein Käufer für das Projekt findet.

Finanziell stark


Die starke operative Performance schlägt sich auch in den Finanzen des Konzerns nieder. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern einen Free Cash Flow von 178 Millionen Dollar. Ende des Jahres hatte er 231,6 Millionen Dollar Cash in der Kasse. Schulden? Fehlanzeige. Im vergangenen Jahr konnte Kirkland Lake die ausstehende Wandelanleihe zurückkaufen.
Von der starken Finanzposition profitieren auch die Aktionäre. Zum einen ging Kirkland Lake im vergangenen Jahr dazu über, erstmals eine Dividende zu bezahlen. Die 0,01 Dollar Quartalsdividende wurden Anfang des Jahres sogar auf 0,02 Dollar verdoppelt. Zum anderen hat Kirkland Lake im abgelaufenen Jahr eigene Aktien zurückgekauft. Insgesamt 5,4 Millionen Aktien hat der Konzern dem Markt entzogen. Dafür hat der Goldproduzent 60,1 Millionen Dollar aufgewendet und die Papiere im Markt gekauft. Das hat sicherlich auch zu der beeindruckenden Performance in einem für Gold-Aktien schwierigen Marktumfeld beigetragen.
Die große Frage ist: Wie wird Kirkland Lake im laufenden Jahr das Geld einsetzen? Durchaus möglich, dass es im Frühjahr das Aktienrückkaufprogramm verlängert. Auch möglich, dass die Dividende noch weiter erhöht wird. Aber angesichts des starken Cashflows und der Tatsache, dass es keine Schulden tilgen muss, hat es noch immer genügend Geld zur Verfügung. Sicher wird die Exploration weiter im Mittelpunkt stehen. Hier gab es in den vergangenen Quartalen einige Erfolge zu verzeichnen. Zuletzt meldete Kirkland Erfolge von der Taylor-Mine. Dort traf es unter anderem auf Abschnitte mit starken 46,7 Gramm Gold je Tonne über einen Abschnitt von 9,6 Metern. Das zeigt, wie hochgradig die Minen von Kirkland Lake Gold sind.

Übernahmen im Fokus


Das Hauptaugenmerk wird sich aber nach Ansicht des aktionär in den kommenden Monaten mehr und mehr Richtung Übernahmen verschieben. Nachdem Kirkland im vergangenen Jahr schon eine Beteiligung an Novo Resources eingegangen ist, dürfte es mittlerweile verstärkt darum gehen, das Produktionsprofil zu verbessern. Vermutlich wird sich Kirkland Lake dabei auf junge Produzenten oder angehende Produzenten fokussieren. Zwar setzt das Management derzeit auf Untertageminen, aber Kirkland Lake dürfte durchaus auch Tagebauminen in Betracht ziehen, wenn sie in das Produktions- und Kostenprofil passen. Dabei dürfte es vor allem um Minen oder potenzielle Minen gehen, die zwischen 150.000 und 200.000 Unzen jährlich produzieren.
Dabei könnte ein Projekt wie das von Sabina Gold & Silver genauso auf der Wunschliste stehen wie etwa der junge Goldproduzent Atlantic Gold. Zwar wird Atlantic im laufenden Jahr noch unter 100.000 Unzen produzieren. Doch zuletzt hat der Konzern Pläne für einen Ausbau der Produktion auf mehr als 200.000 Unzen vorgelegt. Und die Kosten sind im Branchenvergleich noch immer extrem niedrig. Ein ideales Übernahmeziel.

Wachstumsstark und gesund


Kirkland Lake ist auf dem Weg, die Produktion in fünf Jahren auf über eine Million Unzen zu steigern. Die gute Finanzlage lässt Übernahmen zu. Damit dürfte sich Kirkland Lake klammheimlich in die Reihe der großen Produzenten einreihen – mit einer der gesündesten Bilanzen in der gesamten Peergroup.