Kirche St. Marien: Sanierung über den Dächern von Nippes

Langwieriger Austausch der Schiefer-Dachplatten.

Langsam, ganz langsam setzt sich der Lift in Bewegung, der an das Fassaden-Gerüst von St. Marien montiert ist. Er bringt die Arbeiter hinauf zur spektakulärsten Baustelle von Nippes: In mehr als 20 Metern Höhe, mit einem beeindruckenden Rundumblick über die Dächer des Veedels, ist die Sanierung an der Südseite der Kirche im Gange. Dort haben die Bauarbeiter in mühevoller Kleinarbeit die Platten des Schieferdachs ausgetauscht.

Der weitaus größte Teil des Daches an jener Seite ist inzwischen geschafft; es fehlt nur noch eine kleine Seitenpartie. „Wir verwenden Mosel-Schiefer, auf einen Quadratmeter kommen rund 30 Steine. Und jeder einzelne ist mit drei Nägeln befestigt“, erläutert Jens Kratzheller vom Architekturbüro Karl Band, das bei der Sanierung federführend ist.

Mühevolle Kleinarbeit

Technisch besonders anspruchsvoll sind die Arbeiten an den Kurven und Wellungen, die das Dach beschreibt, sowie im Bereich um die kleinen Gauben. Doch nicht nur auf dem Dach des Gotteshauses laufen Arbeiten: Das spektakuläre Baugerüst zieht sich über sieben Etagen, denn auch an der Fassade werden Fugen ausgebessert und die Ziegelsteine abschließend gereinigt.

Nach einem knappen Jahr Planungs-Vorarbeiten läuft seit Januar die knapp 2,15 Millionen teure, im Wesentlichen vom Erzbistum Köln getragene Großsanierung der 135 Jahre alten Kirche, die vor rund 30 Jahren letztmals teilweise renoviert worden ist. Rund anderthalb Jahre sollen die Arbeiten andauern. Haupt-Auslöser für das Projekt war das undicht gewordene, knapp über 50 Jahre alte Dach; im gleichen Zuge werden nun jedoch auch die Dachstuhl-Konstruktion gegen eine stabilere Ausführung mit dickeren Holzsparren ausgetauscht und Fensterelemente überarbeitet.

Im Inneren gilt es, Schäden durch eingesickertes Wasser an Wänden und Decken auszubessern und die Elektro-Installationen zu erneuern. Zum Abschluss erhält der Innenraum einen neuen Anstrich. Bereits im Frühjahr wurden die Kunstwerke abmontiert und in der Sakristei zwischengelagert; die Kirchenbänke mit Folie eingedeckt. „Wir haben Ende Januar unseren Abschiedsgottesdienst gefeiert und sind seitdem in St. Heinrich und Kunigund am Schillplatz“, erläutert Pfarrer Michael Kuhlmann.

Sanierungsende für Sommer 2018 geplant

Wenn die Arbeiten an der Südseite erledigt sind, wird das Gerüst ab- und im Bereich des Ostchors – zur Neusser Straße hin gelegen – wieder aufgebaut. Allein Demontage und Wiederaufbau des monumentalen Gerüstwerks dauern zusammen rund zwei Wochen. Nach einem weiteren halben Jahr sind dann Dach und Fassade auf der Nordseite der Kirche an der Reihe.

In Kürze sollen auch die Ausbesserungen im Innenraum beginnen. „Wir hoffen, im Sommer 2018 nach St. Marien zurückkehren zu können“, so Kuhlmann. Auf ein Ergebnis der Sanierung freut er sich ganz besonders: Die Seiten-Eingangstür, die zur kleinen Marienkapelle führt, soll wieder zugänglich und als permanentes Entree in die Kirche genutzt werden.

Auch das Gemeindehaus soll neu gebaut werden

Auch ihr benachbartes Gemeindehaus will die Pfarrgemeinde durch einen Neubau ersetzen, der nicht mehr nur Café und Bücherei, sondern auch sechs Wohnungen, Büros der Caritas, eine Kinderarzt-Praxis sowie Veranstaltungs- und Gruppenräume beherbergen soll.

Die Pläne wurden 2015 erstmals vorgestellt; hier läuft jedoch noch das Genehmigungs-Verfahren. „Es könnte sein, dass der Bau zum Teil parallel zur Kirchensanierung erfolgt, aber das ist noch nicht ganz klar“, so Kuhlmann....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta