Kipping prangert nach Reporter ohne Grenzen-Bericht Gefahren für Journalisten an

Nach der Freilassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Untersuchungshaft hat Linken-Chefin Katja Kipping die gefährlichen Arbeitsbedingungen für Reporter angeprangert

Nach der Freilassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Untersuchungshaft hat Linken-Chefin Katja Kipping die gefährlichen Arbeitsbedingungen für Reporter angeprangert. "Wie unerlässlich kritischer Journalismus ist, um Gesellschaften transparenter zu machen, Missstände und Kriminalität aufzudecken, und Menschenrechte zu wahren, sehen wir weltweit", sagte Kipping am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wie gefährdet Journalisten und Journalistinnen sind, sehen wir auch weltweit."

Kipping bezog sie sich damit auch auf die zuvor veröffentlichte Jahresbilanz der Organisation Reporter ohne Grenzen. "Die Inhaftierung und Freilassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu aus der türkischen Untersuchungshaft ist nur ein Beispiel von vielen, wie sich Journalisten und Journalistinnen nicht nur Kriminalität aber auch oftmals staatlicher und politischer Willkür ausgeliefert sehen", sagte Kipping.

Die Linken-Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang an den "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel, der seit Februar ohne Anklage in Untersuchungshaft in der Türkei festgehalten wird. "Das ist ein Missstand, auf den wir immer wieder mit Vehemenz verweisen müssen", sagte Kipping.

Derzeit sitzen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen mehr als hundert Medienvertreter in türkischen Gefängnissen. "Bei mindestens 43 davon hängt die Haft eindeutig mit ihrer journalistischen Tätigkeit zusammen", heißt es in der Jahresbilanz.

Das für Journalisten gefährlichste Land bleibt dem Bericht zufolge Syrien. Dort seien im laufenden Jahr zwölf Medienschaffende getötet worden. Ein großes Risiko für Leib und Leben besteht demnach auch weiter in Mexiko (elf Tote), Afghanistan (neun Tote) und dem Irak (acht Tote). Insgesamt wurden demnach 2017 weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet.