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Kion-Finanzchef erteilt befürchteter Kapitalerhöhung eine Absage

FRANKFURT (dpa-AFX) -Der Logistik-Ausrüster Kion DE000KGX8881 hat nach Einschätzung seines neuen Finanzchefs auch ohne Kapitalerhöhung genügend Geld zur Verfügung. "Wir haben überhaupt keine Bestrebungen, eine Kapitalerhöhung zu machen", sagte Finanzvorstand Markus Wassenberg am Donnerstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. Einige Analysten und Anleger hatten einen solchen Schritt in den vergangenen Monaten befürchtet, da Kion mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen und 2022 erhebliche freie Mittelabflüsse verzeichnet hatte. Wassenberg begründete seine Zuversicht mit einer Eigenkapitalquote von knapp 34 Prozent und bezeichnete Kion als "solide finanziert".

Der Manager verantwortet seit Anfang des Jahres die Finanzthemen von Kion. Zuvor hatte der Konzern über ein halbes Jahr nach einem Nachfolger für seine bisherige Finanzchefin suchen müssen, die ihm vorzeitig den Rücken gekehrt hatte. Der seinerseits auch erst seit Anfang 2022 amtierende Firmenchef Rob Smith betreute das Ressort dann vorübergehend mit und musste Kion durch schwieriges Fahrwasser leiten. Im dritten Quartal schrieb der Konzern sogar rote Zahlen. Wassenberg hatte zuvor die Finanzen von Heidelberger Druckmaschinen DE0007314007 geführt.

"Kion hat ein ganz schwieriges Jahr hinter sich", sagte der Manager. Die Kostensteigerungen und Probleme in den Lieferketten hätten den Konzern "schwer getroffen". Er zeigte sich aber optimistisch, dass Firmenchef Smith die richtigen Antworten zur Bewältigung der Probleme gefunden habe. Es dauere jedoch, bis die Maßnahmen griffen.

Am Ende des Prozesses sollte die bereinigte operative Marge (bereinigtes Ebit) Wassenberg zufolge über zehn Prozent liegen. Dieses Ziel hat Kion für das Jahr 2027 ausgegeben und würde damit zurück zu alter Stärke finden. In den vergangenen zehn Jahren hatten die Frankfurter diese Marke erst einmal erreicht - und zwar 2017. In den darauf folgenden Jahren bewegte sie sich zwischen 6,6 und 9,9 Prozent, im abgelaufenen Jahr sogar nur bei 2,6 Prozent.

Seinen eigenen Anteil an den zur Problembewältigung etablierten Maßnahmen bemisst Wassenberg als gering. "Ich bin mit dem Ziel angetreten, Kion noch profitabler zu machen." Er wolle Kion unterstützen, weiterzuwachsen und noch "cash-reicher" zu werden.