Kinderporno-Razzien bei 67 Verdächtigen in ganz Deutschland

Polizei brachte Situation schnell unter Kontrolle

Neuer Schlag gegen mutmaßliche Besitzer von Kinderpornografie: Polizei und Staatsanwaltschaft haben bundesweit die Wohnungen von 67 Verdächtigen durchsucht, die widerrechtlich den Internetdienst "Chatstep" zum Tausch von Fotos und Videos genutzt haben sollen. Bei der insgesamt zweiwöchigen Polizeiaktion in nahezu allen Bundesländern sicherten die Beamten zahlreiche Beweismittel - insbesondere Computer und Datenträger, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main am Donnerstag mitteilte.

Die vom Bundeskriminalamt koordinierten Durchsuchungen richteten sich gegen Beschuldigte im Alter von 18 bis 80 Jahren. Die meisten Tatverdächtigen leben den Angaben zufolge in Hessen und Niedersachsen, wo die Ermittler jeweils gegen neun Beschuldigte vorgingen. Aus Bayern und Nordrhein-Westfalen stammen jeweils acht Verdächtige, aus Baden-Württemberg fünf. In zehn weiteren Bundesländern wird jeweils gegen bis zu vier Beschuldigte ermittelt.

Getauscht wurden Darstellungen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern - auch von Kleinstkindern - sowie von sexueller Gewalt gegen Kinder. Laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ging der Identifizierung der Tatverdächtigen eine "sehr gute Zusammenarbeit" mit dem US-Betreiber von "Chatstep" voraus. "Chatstep" ist demnach wie sämtliche US-Anbieter von Internetdiensten aufgrund eines US-Bundesgesetzes verpflichtet, festgestellte Fälle des Austauschs von Kinderpornografie zwecks Strafverfolgung zu melden.

Erst vor zwei Wochen hatten die Frankfurter Strafverfolgungsbehörde und das BKA mitgeteilt, dass sie eine im Darknet agierende Kinderpornoplattform abgeschaltet hatten. Die Plattform mit dem Namen "Elysium" zählte zuletzt weltweit 87.000 Mitglieder und bestand seit Ende 2016. Ihre Mitglieder sollen Kinderpornografie getauscht und Verabredungen zum sexuellen Missbrauch getroffen haben. 14 Verdächtige wurden in Deutschland und anderen Ländern festgenommen.