Kinderärzte in Hannover behandeln in einer Woche vier Kinder mit Pilzvergiftung

Grüner Knollenblätterpilz gehört zu giftigsten Pilzen

Ärzte haben vor Vergiftungen durch Pilze in Gärten und Parks gewarnt. Kinderärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mussten innerhalb einer Woche vier Kinder mit einer Pilzvergiftung behandeln, wie die MHH am Donnerstag mitteilte. Zwei der Kinder hatten sich mit dem gefährlichen Knollenblätterpilz vergiftet. Beide Kinder sind demnach außer Lebensgefahr.

In zwei weiteren Fällen hatten demnach kleinere Kinder Pilze von einer Rasenfläche gegessen. Die Pilze erwiesen sich den Angaben zufolge glücklicherweise als weniger giftig. "Eine solche Häufung von Pilzvergiftungen bei Kindern ist ungewöhnlich", erklärte Ulrich Baumann von der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen."Wir appellieren an die Eltern, genauestens hinzuschauen, wo ihre Kinder spielen."

"Kinder pflücken so schnell einen Pilz ab und stecken ihn in den Mund", warnte auch MHH-Oberärztin Imeke Goldschmidt. Eltern sollten daher möglichst vorher die Spielfläche einmal abgehen und die Pilze entfernen.

Bereits Ende Juli hatten MHH-Mediziner Alarm geschlagen, weil sich ungewöhnlich viele Erwachsene an Knollenblätterpilzen vergiftet hatten. Im August waren auch in Frankfurt am Main drei Kinder und ein Familienvater nach dem Verzehr eines Grünen Knollenblätterpilzes schwer erkrankt.

Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) gehört zu den giftigsten Pilzen in Deutschland. Das stark wirkende Gift Amanitin ist massiv leberschädigend, und bereits der Verzehr von 50 Gramm dieses Pilzes kann zum Tod führen.

Bei schweren Erkrankungen hilft manchmal oft nur noch eine Lebertransplantation. Experten raten grundsätzlich, nur bekannte Pilze zu sammeln und zu essen oder im Zweifelsfall eine Pilzberatungsstelle aufsuchen.