Kind nach Randalen: "Ich bin geschockt"

Reinhard Franke

Nach den Fan-Randalen beim Testspiel in Burnley droht Hannover 96 Ärger. Die Partie musste wegen Ausschreitungen abgebrochen werden.

"Wir haben aus England Berichte dazu angefordert, sowohl vom Verein als auch vom Schiedsrichter", sagte ein Sprecher des DFB zu SPORT1.

"Wenn die eingetroffen sind, werden sie ausgewertet und dann wird über den weiteren Fortgang entscheiden. Die Sportgerichtsbarkeit wird sich der Sache annehmen."

96 hat angekündigt, mit Vehemenz gegen die Personen vorzugehen.


Kind: "Deutliche Gewaltbereitschaft"

96-Boss Martin Kind sagte im Gespräch mit SPORT1: "Leider haben unsere Fans in Burnley deutliche Gewaltbereitschaft gezeigt, so dass ein Spiel abgebrochen werden musste. Mit diesem Thema sind wir betroffen, als auch belastet."

Er erwarte, "dass heute oder morgen die Anhörung erfolgen wird. Ich bin wirklich geschockt, denn es war ein Freundschaftsspiel und das Wort Freundschaft hat einen ganz anderen Inhalt als Gewalt. Gewaltbereitschaft wird von Hannover 96 zu 100 Prozent abgelehnt. Da kann man auch gar nicht darüber diskutieren."

Kind fügte noch hinzu: "Unsere Fans waren in der Vergangenheit nicht auffällig, aber auch nicht unauffällig. Wir hatten mit Pyrotechnik und Gewalt schon immer Probleme."

Doch der Vorfall in Burnley hat das Fass für Kind zum Überlaufen gebracht. "Wir - der Klub, DFB und DFL - sind alle gefordert und müssen konsequent Modelle entwickeln, dann auch konsequent entscheiden und diese umsetzen."    

Chaoten "ausgrenzen und stoppen"

Man müsse die Chaoten "ausgrenzen und damit hoffentlich auch stoppen können."

Zuletzt geriet Kind in den Schlagzeilen, weil der interne Streit um seinen Plan, die Mehrheitsanteile bei den Niedersachsen zu übernehmen, zu einem Gerichtsverfahren führen könnte.

Wie die Interessensgemeinschaft Pro Verein 1896 bekannt gab, hat 96-Aufsichtsratsmitglied Ralf Nestler vor dem Landgericht Hannover eine Einstweilige Verfügung gegen einen entsprechenden Vorstoß Kinds bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) beantragt.

Das Kontrollgremium der Norddeutschen hatte in der vergangenen Woche mit 3:2 Stimmen die Übernahmeambitionen des 73 Jahre alten Unternehmers gebilligt.