Heldt-Poker wird rauer: Kind weist Schumacher zurecht

Reinhard Franke
Martin Kind (l.) will Horst Heldt nicht zum 1. FC Köln ziehen lassen

Geht er zum 1. FC Köln? Oder muss er bei Hannover 96 bleiben? Das Ringen um Horst Heldt wird immer intensiver.

Im Laufe des Sonntags wurde der Ton zwischen den beiden Parteien, Vize-Präsident Toni Schumacher auf Kölner und Klub-Boss Martin Kind auf Seiten Hannovers, im Werben um den Manager dann auch zunehmend rauer.

Doch der Reihe nach.

Am Sonntagmorgen war es zunächst Schumacher, der beim CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 einmal mehr unterstrich, dass Interesse darin bestünde, den 47-Jährigen zum Nachfolger von Jörg Schmadtke zu machen.

"Wir haben Interesse bekundet und telefoniert", so Schumacher: "Herr Kind hat gesagt: Sprich mit ihnen. Er hat mit uns gesprochen und ist mit dem Ergebnis zu Herrn Kind gegangen."

Auch Heldt selbst sei alles andere als abgeneigt, in seine Heimatstadt zurückzukehren.

Geeignet sei Heldt in jedem Fall: "Von unserer Seite aus muss man sagen: Er hat sowohl auf Schalke als auch in Hannover einen Riesenjob gemacht." Dass Kind ihn nicht ziehen lassen will, schreckt Schumacher zunächst nicht: "Es wäre für Horst Heldt schlimm, wenn er sagen würde: Gut, dass wir ihn doch loswerden."

Schumacher deutet Probleme in Hannover an

Der ehemalige Nationaltorhüter deutete zudem auch an, dass es nach seinem Kenntnisstand unterschiedliche Meinungen in der 96-Führung gibt: "Wir haben mitbekommen, dass Hannovers Verantwortliche Probleme untereinander haben."

Kinds Antwort an SPORT1 folgte noch, während die Sendung lief: "Köln kann sich einen Anruf sparen", teilte er mit. Seine Ansage sei auch keine Einladung zum Pokern und Feilschen. Es gehe nicht ums Geld.

Ende der Geschichte? Mitnichten.

Am Nachmittag direkt vor dem Spiel der Kölner gegen Hertha wurde Schumacher dann ein zweites Mal mit der Causa Heldt konfrontiert und konkretisierte seine bereits am Morgen im Doppelpass geäußerten Andeutungen hinsichtlich angeblicher Differenzen in der 96-Führungsriege: "Man hat ja gehört, dass das Verhältnis Andermatt Heldt nicht so ist, wie es sein sollte", so Schumacher bei Sky.

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Martin Andermatt ist seit 2016 Mitglied des Aufsichtsrats bei den Niedersachsen.

Kind: "Das geht ihn alles nichts an"

Diese Behauptung wollte dann wiederrum Kind nicht so stehen lassen und ließ  den nächsten Konter folgen, versehen mit einem mahnenden Appell an Schumacher:

"Mal ganz davon abgesehen, dass Schumacher falsch liegt. Es gibt keine Probleme. Weder mit mir und Horst Heldt, noch zwischen Martin Andermatt und Horst Heldt oder mir. Andermatt ist ein pflegeleichter Mann. Alles ist gut. Es gab in der Vergangenheit wegen eines Transfers mal unterschiedliche Bewertungen. Das wurde analysiert und ausgeräumt, ohne dass etwas hängen geblieben ist. Außerdem gehören Diskussionen ab und zu dazu und sind wichtig. Uns geht es in Hannover gut. Mich stört, dass Herr Schumacher über uns redet, noch dazu falsch. Das geht ihn alles nichts an", so Kind, der Schumacher noch einen weiteren Rat mit auf den Weg gab. "Er wäre besser beraten, wenn er die Energie auf die Suche nach einem anderen Kandidaten richtet. Heldt wird es nicht."

Auch Andermatt selbst dementierte bei SPORT1, dass es zwischen Heldt und ihm Differenzen gebe: "Es überrascht mich, was Toni Schumacher Probleme kennt, die es nicht gibt. Ich habe kein Problem mit Horst Heldt. Ich habe ihn damals sogar vorgeschlagen", sagte er.