Kim Tränka: "Nur weil irgendwo eine Regenbogen-Fahne hängt, haben wir nicht mehr Akzeptanz"

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Kim Tränka ist der dritte deutsche "Prince Charming" (ab Dienstag, 17. August, TVNOW). Im Interview erklärte er, dass Zeichen alleine nichts verändern, aber dennoch wichtig sind. (Bild: TVNOW)
Kim Tränka ist der dritte deutsche "Prince Charming" (ab Dienstag, 17. August, TVNOW). Im Interview erklärte er, dass Zeichen alleine nichts verändern, aber dennoch wichtig sind. (Bild: TVNOW)

Für den neuen "Prince Charming" Kim Tränka kann die Gay-Datingshow zur Akzeptanz in der Gesellschaft beitragen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau stellt der 31-Jährige außerdem klar, dass Regenbogenfahnen zunächst nicht mehr als Zeichen sind.

Steter Tropfen höhlt den Stein sagt man, doch gilt dies auch für die Akzeptanz von Homosexualität? Kim Tränka, der neue und insgesamt dritte "Prince Charming" (ab Dienstag, 17. August, auf TVNOW abrufbar) glaubt fest daran, dass viele Menschen sich langsam an gleichgeschlechtliche Liebe gewöhnen. "Mit jeder Staffel - egal, ob es 'Prince' oder 'Princess Charming' ist - gehen wir immer weiter Richtung Akzeptanz und vor allem auch Richtung Normalität", befindet der 31-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Denn Homosexualität ist nichts Abnormales, und die Gesellschaft sollte und müsste uns akzeptieren, wie wir sind."

Tränka glaubt, dass dieser Prozess zwar noch etwas Zeit braucht, über Kontinuität jedoch etwas verändert werden kann. "Wenn unsere Liebe über Jahre präsentiert wird, wird es immer alltäglicher, Männer und Frauen zu sehen, die das gleiche Geschlecht küssen." Zwar ist der Bremer der Meinung, dass die Präsenz schwuler Männer im deutschen Fernsehen noch ausgebaut werden könnte, eine positive Tendenz hat er jedoch ausgemacht: "Gerade in den letzten zwei, drei Jahren haben wir einen gewaltigen Schritt gemacht."

Doch natürlich geht es nicht nur ums Fernsehen. Kim Tränka wünscht sich in der gesamten Gesellschaft mehr Repräsentation von Homosexualität. Unter dem Strich ist die Frage nach der sexuellen Orientierung für den neuen "Prince Charming" ohnehin zweitrangig. "Letzten Endes ist es egal, welche sexuelle Orientierung ein Mensch hat. Kann man sich nicht einfach nur auf den Menschen fokussieren?" Über sonstige Eigenschaften und Fähigkeiten sagt die sexuelle Orientierung schließlich nichts aus. "Man ist kein schlechterer Arzt, nur weil man schwul ist, und keine schlechtere Rechtsanwältin, nur weil man eine Lesbe ist."

Für "Prince Charming" reiste Kim Tränka nach Kreta, wo 18 Single-Männer um ihn buhlten. (Bild: TVNOW)
Für "Prince Charming" reiste Kim Tränka nach Kreta, wo 18 Single-Männer um ihn buhlten. (Bild: TVNOW)

Warum Zeichen alleine nicht helfen - und sie dennoch wichtig sind

Überall angekommen sei dies seiner Einschätzung nach allerdings noch nicht. Auch Tränka erinnert sich an die Kontroverse um die Regenbogen-Fahnen bei der Fußball-Europameisterschaft zurück. Die UEFA verbot damals, dass die Münchner Allianz Arena gegen Ungarn in Regenbogen-Farben leuchtete. Dafür wurde der Verband stark kritisiert, viele Menschen solidarisierten sich. "Klar ist es eine Art Fortschritt, weil es die Sichtbarkeit erhöht, wenn überall Regenbogen-Fahnen zu sehen sind", weiß der Norddeutsche. "Man muss aber auch sagen: Nur weil irgendwo eine Regenbogen-Fahne hängt - selbst wenn der Kölner Dom in Regenbogenfarben gehüllt wird -, haben wir nicht automatisch mehr Akzeptanz und Toleranz."

Für den neuen "Prince Charming" ist klar, "es bleiben Zeichen." Damit allein sei es nicht getan. "Wenn ein Verband wie die UEFA Gegenwind bekommt, oder sich ein Sebastian Vettel im Regenbogenshirt in Ungarn zeigt, finde ich es trotzdem toll, dass Menschen so etwas machen." Gerade Menschen, die sich noch nicht mit den Kämpfen der Community auseinandergesetzt haben, oder der LGBTQ-Bewegung kritisch gegenüberstehen, könnten durch diese Zeichen erreicht werden. "Dies ist wichtig, weil dadurch vielleicht eine Diskussion angestoßen wird, die unwissende Menschen erreicht, welchen dadurch eine andere Perspektive präsentiert wird", erläutert Tränka im teleschau-Interview.

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