Ex-Weltmeister vor Karriere-Ende: „Habe Glauben verloren“

Ex-Weltmeister vor Karriere-Ende: „Habe Glauben verloren“
Ex-Weltmeister vor Karriere-Ende: „Habe Glauben verloren“

Der ehemalige Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle sehnt sein angekündigtes Karriereende so langsam herbei. „Es gibt im Profisport für jeden Athleten ein Verfallsdatum. Ich habe gemerkt, dass mein Verfallsdatum in Sachen Leistung bald erreicht ist“, sagte der 37-Jährige dem SID vor der WM in St. George/Utah: „Ich konnte oft nicht das trainieren, was ich eigentlich trainieren sollte. Das ist der Zahn der Zeit, der an einem nagt.“

Kienle hatte im November sein Karrierende für 2023 angekündigt, am Samstag (14.15 Uhr/HR) bestreitet er seine vorletzte Weltmeisterschaft. "Wenn man jeden Morgen aufsteht und erstmal einfach Schmerzen hat, verliert man so ein bisschen den Glauben, dass man unzerstörbar ist. Und diesen Glauben braucht man ab einem gewissen Punkt. Den habe ich leider verloren", sagte der Hawaii-Champion von 2014.

Auch wenn ihm sein Körper in der unmittelbaren Vorbereitung "gar nicht so wenig" angeboten habe, sind die Erwartungen gedämpft. "Es ist eine Mischung aus Nervosität, Vorfreude, eine kleine Brise Angst und nach so langer Zeit auch Unsicherheit", sagte der Badener: "Trotz aller Erfahrung weiß ich, dass Trainingsleistungen nur bedingt Rückschlüsse auf die Form am Renntag zulassen."

Trotz Außenseiterrolle starte er mit großen Zielen. "Der schlechteste Ratschlag, den ich je bekommen habe, ist, ich soll realistisch bleiben. Realistischerweise kann ich mir jedes Ziel setzen außer zu gewinnen", sagte Kienle: "Deshalb gehe ich mit einer Brise Unrealismus rein. Ich starte, um das Rennen zu gewinnen. Auch wenn mir klar ist, dass das sehr schwer wird."

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