Kessing neuer Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

SID
Kessing neuer Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

Jürgen Kessing ist neuer Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Der 60-Jährige wurde am Samstag beim Verbandstag in Darmstadt mit 88,3 Prozent der Stimmen (114:19) zum Nachfolger von Clemens Prokop gewählt. Dieser hatte Anfang des Jahres angekündigt, nicht noch einmal zur Wahl antreten zu wollen.
Kessing, der früher Stabhochspringer und Zehnkämpfer war, ist im Hauptberuf Bürgermeister der baden-württembergischen Stadt Bietigheim-Bissingen. "Ich kann der Leichtathletik etwas zurückgeben", sagte Kessing, der zuletzt mit einer Alkoholfahrt und dem Verlust seines Führerscheins Schlagzeilen gemacht hatte.
Ein wichtiges Thema, so Kessing, sei die Anti-Doping-Arbeit. "Da haben wir uns einen Vorsprung vor anderen Sportarten erarbeitet. Den gilt es zu verteidigen und auszubauen. Wir wollen Chancengleichheit für alle."
Dabei lobte Kessing ausdrücklich seinen Vorgänger Prokop, der zum Ehrenpräsidenten des Verbandes ernannt wurde. Der Jurist aus Regensburg stand dem DLV seit 2001 vor und erarbeitete sich in seiner Amtszeit den Ruf eines auch international anerkannten Anti-Doping-Kämpfers. Nur Max Danz (1949 bis 1970) war länger DLV-Präsident als Prokop. "Die Arbeit von Clemens Prokop ist hervorragend gewesen", sagte Kessing.
Im Ringen um Aufmerksamkeit sieht Kessing die Ausnahmestellung des Fußballs als kritisch an. "Ich habe den Eindruck, der Fußball stellt alles zu. Alles andere wird nicht mehr wahrgenommen", sagte Kessing: "Die EM bietet eine gute Gelegenheit, uns wieder in den Vordergrund zu rücken." Im kommenden Jahr ist Berlin vom 7. bis 12. August Ausrichter der Europameisterschaften.