Kerber zieht souverän ins Achtelfinale ein

Angelique Kerber besiegte Naomi Osaka

Angelique Kerber zeigte nur kurz die Siegerfaust und verschwand dann zügig in den kühlen Katakomben des Centre Courts von Wimbledon.

Mit einer beeindruckenden Leistung ist die Kielerin beim prestigeträchtigen Rasen-Major von London ins Achtelfinale marschiert. In nur 63 Minuten gewann sie bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von über 30 Grad Celsius ihr Drittrundenmatch gegen die Japanerin Naomi Osaka mit 6:2, 6:4. 

"Ich habe es genossen"

"Ich wusste, was mich erwartet. Ich habe versucht, aggressiv zu bleiben", sagte Kerber: "Ich habe es genossen, auf dem Centre Court zu spielen. Das ist immer magisch." Kerber steht nun zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten 16 von Wimbledon.

Im Vorjahr hatte sie dort gegen die spätere Turniersiegerin Garbine Muguruza verloren.

Kerbers nächste Gegnerin ist nun am Montag Belinda Bencic. Die 21-Jährige aus der Schweiz kämpft sich derzeit nach mehreren Rückschlägen aufgrund von Verletzungen zurück in die Weltspitze. Kerber dürfte dennoch gewarnt sein: Von den bislang drei Duellen mit Bencic hat sie noch keines gewinnen können.


 Vor Kerber war in London am Vortag bereits Julia Görges (Bad Oldesloe) erstmals in ihrer Karriere ins Achtelfinale von Wimbledon eingezogen. Die 29-Jährige kämpfte sich durch ein 7:6, 3:6, 10:8 gegen die Tschechin Barbora Strycova (Nr. 23) eine Runde weiter. Nun trifft Görges ebenfalls am Montag auf die Kroatin Donna Vekic.
 

Kerber erwischte derweil gegen Osaka, die ihr 2017 bei den US Open eine schmerzhafte Erstrundenpleite zugefügt hatte, einen Traumstart.

Die frühere Weltranglistenerste hatte eine gute Länge in ihren Grundschlägen und zwang Osaka mit starkem Returnspiel zu etlichen Fehlern. Nach 20 Minuten führte Kerber bereits mit 5:1 und gewann wenig später den ersten Satz.

Kerber startete zweiten Satz mit Break

Auch in den zweiten Durchgang startete Kerber mit einem Break. Die Kielerin wirkte extrem ruhig und wartete geduldig darauf, dass ihre Gegnerin Fehler machte. Osaka, die in den USA aufgewachsene Weltranglisten-18., spielte mit viel Risiko.

Immer wieder schenkte die 20-Jährige Kerber dadurch einfache Punkte.

(SERVICE: Ergebnisse/Spielplan)

Die Deutsche wiederum zog ihr Spiel kompromisslos durch. Ohne große Netzangriffe, aber mit guten Winkeln in den Schlägen dominierte sie Punkt um Punkt. Dazu kam ihr Aufschlag hervorragend. Im gesamten Match hatte sie am Ende nicht einen einzigen Breakball zugelassen. 

Viele leere Sitze wegen Fußball-WM

Für eine etwas ungewöhnliche Atmosphäre sorgten derweil die vielen leeren Sitze auf den Rängen des Centre Courts. Weil die Euphorie um die englische Fußball-Nationalmannschaft offenbar auch das altehrwürdige Tennis-Turnier erfasst hatte, blieben während des Matches etliche Sitze frei.

Die Three Lions spielten parallel ihr WM-Viertelfinale gegen Schweden. Und durften nach dem 2:0-Erfolg fast zeitgleich mit Kerber ebenfalls jubeln.