Kenias Oppositionsführer ruft zu Massenprotest bei Präsidentschaftswahl auf

Odinga-Anhänger am Mittwoch in Nairobi

Kenias Oppositionsführer Raila Odinga hat seine Anhänger zu Massenprotesten bei der neu angesetzten Präsidentschaftswahl am 26. Oktober aufgerufen. Odinga sprach am Mittwoch vor tausenden Sympathisanten seiner Nationalen Super-Allianz (Nasa) in einem Vorort der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

"Die Proteste werden weiter gehen - am 26. Oktober wird es die größten Demonstrationen des ganzen Landes geben", sagte der Oppositionsführer seinen Unterstützern. Odinga hatte erst vergangene Woche verkündet, dass er aus dem Rennen um die Präsidentschaft austrete. Er begründete seine Entscheidung damit, dass notwendige Wahlreformen nicht umgesetzt worden seien. Am Mittwoch erklärte Odinga außerdem, dass es am 26. Oktober "keine Wahlen" geben werde. Wie er die Neuwahlen konkret verhindern wolle, erklärte der Oppositionsführer nicht.

Knapp zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl ist die Sicherheitslage in Kenia äußerst angespannt. Augenzeugenberichten zufolge war am Montag ein 18-Jähriger Student in Kisumu im Westen des Landes durch eine Polizeikugel getötet worden. Am Freitag waren demnach zwei Demonstranten in der Stadt Bondo getötet worden, als sie vor einer Polizeiwache für freie Präsidentschaftswahlen demonstrierten.

In einem für den afrikanischen Kontinent beispiellosen Schritt hatte der Oberste Gerichtshof des Landes den Sieg von Uhuru Kenyattas bei der Präsidetnschaftswahl Anfang August wegen Rechtsverstößen für ungültig erklärt. Deswegen mussten Neuwahlen angesetzt werden.