Kenias Oppositionsführer Odinga lässt sich zum Gegen-Präsidenten ernennen

Oppositionsführer Odinga erklärt sich zum Präsidenten

Rund zwei Monate nach dem Amtsantritt von Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hat sich dessen Rivale Raila Odinga zum Gegen-Präsidenten ernennen lassen. Der Oppositionsführer legte vor tausenden Anhängern in der Hauptstadt Nairobi einen Eid ab und erklärte sich zum "Präsidenten der Republik Kenia". Die Menge reagierte stürmisch, als Odinga seinen Eid auf die Bibel schwor. "Wir haben unser Versprechen gegenüber den Kenianern eingelöst", rief Odinga.

Seine Anhänger hatten stundenlang in der gleißenden Sonne gewartet, bis die Zeremonie begann. Nach einer kurzen Ansprache verließ Odinga die Versammlung und die Menschenmenge strömte rasch auseinander.

Odinga hatte sich geweigert, den Sieg Kenyattas bei der Präsidentschaftswahl anzuerkennen. Amtsinhaber Kenyatta war zum Sieger der Wahl vom 8. August erklärt worden, die jedoch wegen Unregelmäßigkeiten annulliert wurde. Die damalige Gerichtsentscheidung war ein seltener Sieg Odingas.

Vor der Wiederholung der Abstimmung zog Odinga jedoch aus Protest gegen die Wahlkommission seine Kandidatur zurück. Kenyatta wurde daraufhin Ende Oktober mit mehr als 98 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Allerdings waren nur gut ein Drittel der 19,6 Millionen registrierten Wähler an die Urnen gegangen.