R. Kelly: Freifahrtschein für Genies?

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R. Kelly: Freifahrtschein für Genies?

In New York steht R. Kelly (54) endlich vor Gericht. Immer wieder war der Prozess gegen den Sänger ('I Believe I Can Fly') wegen Corona verschoben worden, doch jetzt muss er sich wegen Menschenhandels, Anstiftung zur Prostitution und Sex mit Minderjährigen verantworten. Gerüchte über die Umtriebe des Stars gab es schon Jahre vor seiner Verhaftung.

Ein Recht auf ungesetzliches Handeln

In der zweiten Prozesswoche sagte eine Frau namens 'Stephanie' aus, von R. Kelly missbraucht worden zu sein, als sie noch minderjährig war. Dabei war sich der Musiker wohl durchaus bewusst, dass er seinem Hang zu sehr jungen Frauen eigentlich nicht hätte nachgeben sollen. Doch er begründete laut 'Stephanie' sein Recht auf Sex mit Minderjährigen damit, dass er ein Genie sei. Sie berichtete, dass er sich mit dem Rock'n'Roller Jerry Lee Lewis (85) verglich, der 1958 seine 13-jährige Cousine heiratete.

R. Kelly ist sich keiner Schuld bewusst

'Stephanie' erzählte von dem Gespräch, welches in der Gegenwart zweier Rapper stattfand: "Schau dir Jerry Lee Lewis an. Er ist ein Genie. Ich bin ein Genie. Es sollte uns erlaubt sein, zu tun, was wir wollen." Das vermeintliche Opfer hatte den Musiker 1998 in einer McDonald's-Filiale in Chicago kennengelernt. Ein Freund von R. Kelly soll sie gefragt haben, wie alt sie war — sie war zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Als der Kumpel des Musikers ihr dessen Telefonnummer gab, warf sie sie weg, traf den Angeklagten aber ein Jahr später erneut.

Es kam zu einer Beziehung, die sechs Monate dauerte und in der sie pausenlos erniedrigt wurde. Dem Star wird vorgeworfen, junge Frauen in seinen Kreis gelockt und sexuell missbraucht zu haben. R. Kelly ist sich keiner Schuld bewusst: Alle seine Opfer hätten gewusst, worauf sie sich einließen.

Bild: Jennifer Graylock/INFphoto.com/InStar/Cover Images

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