Kellerhals sorgt wieder für Ärger


Erstmals seit der Aufspaltung des Metro-Konzerns hat die Mutter von Media Markt und Saturn am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt. Doch die Präsentation von Ceconomy wird überschattet von einem neuen Streit mit dem Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals. Er hat das Unternehmen laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ bei der Finanzmarktaufsicht Bafin angezeigt. Ceconomy-Chef Pieter Haas reagierte gereizt.

Bei dem Streit geht es um einen Zukauf, mit dem Ceconomy kurz nach dem Start als eigenständiges Unternehmen an der Börse Wachstumsfantasien wecken will. Vor wenigen Wochen beteiligte sich das Unternehmen an der französischen Elektromarkt-Kette FNAC Darty – mit knapp unter 25 Prozent.

Kellerhals behauptet, seine Firma Convergenta Invest könne als Ceconomy-Minderheitsaktionär jede Aufstockung über 25 Prozent an einem Wettbewerber verhindern. Er wirft dem Konzern vor, die Anleger darüber nicht informiert zu haben. Damit, so Kellerhals, habe Ceconomy unberechtigte Hoffnung bei den Anlegern geweckt, das Unternehmen könne FNAC möglicherweise ganz übernehmen. Er wirft Ceconomy nun Kursmanipulation vor – und will das von der Bafin bestätigt wissen.


„Eine Aussage vom CEO Pieter Haas, Unternehmen mit dem Sortiment Unterhaltungselektronik von über 25 Prozent zu erwerben, betrachte ich als Marktmanipulation. Dies ist eine unvertretbare falsche Äußerung, eine Irreführung von Aktionären“, schreibt Kellerhals auf seiner Website. Er droht mit hohen Schadensersatzforderungen, da FNAC trotz des Rückzugs von Media Markt und Saturn aus Frankreich ein Wettbewerber sei. Zudem habe FNAC seit Jahren zum Verkauf gestanden, sei aber so unattraktiv, dass sich kein Verkäufer gefunden habe, bis Ceconomy zugeschlagen habe.

Haas reagiert deutlich. Kellerhals habe außerhalb des deutschen Markts laut Satzung kein Vetorecht bei Zukäufen, behauptete er. „Wir freuen uns, wenn Dritte dieses eindeutig klären werden“, sagte er mit Blick auf die Bafin, die eine routinemäßige Prüfung angekündigt hat. Kellerhals treffe „mal wieder irreführende öffentliche Aussagen“. Er warf dem Unternehmer eine „peinliche Reihe von skurrilen und geschäftsschädigenden“ Zwischenfällen vor. Ceconomy habe seine Anwälte beauftragt, gegen Aussagen vorzugehen, die teilweise bereits von Kellerhals’ Website entfernt worden seien.

Haas sagte, FNAC sei „der richtige Zukauf zur richtigen Zeit“. Beim Thema Aufstockung war er zurückhaltend: Er sei mit dem Minderheitsanteil zufrieden. Weitere Zukäufe im Ausland seien aber Teil der Strategie. Das könnte etwa Russland betreffen, wo Ceconomy als kleinerer Marktteilnehmer Verluste schreibt.

Kellerhals wollte schon zu Metro-Zeiten in mehreren Prozessen mehr Rechte durchsetzen. Zuletzt ging er rechtlich gegen die Aufspaltung vor. Haas sagte, es werde „keine gemeinsame Zukunft“ mit dem Unternehmer geben. Es sei das Beste, wenn man sich trennen würde. Man arbeite seit fünf Jahren an einer Lösung. Es sei aber unklar, „ob Herr Kellerhals sein Hobby nicht aufgeben“ wolle, wetterte Haas. Kellerhals könne den Wert seiner Beteiligung an der Börse ablesen und allenfalls eine kleine „Lästigkeitsprämie“ erzielen.


Kellerhals griff auch Vorstandschef Pieter Haas erneut persönlich an. Er schrieb unter anderem von „Lügen“. Schon länger behauptet er, der Manager sei ungeeignet.

Die Quartalszahlen des Unternehmens selbst blieben im Rahmen der Erwartungen. Ceconomy legte beim Umsatz um 1,1 Prozent auf 4,74 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis Ebit verbesserte sich um 22 Millionen Euro auf einen Verlust von vier Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bleibt die Unternehmens-Prognose mit einem Ebit vor Sondereffekten über dem rechnerischen Vorjahreswert von 466 Millionen Euro.

Metro hatte sich am 12. Juli in das Großhandelsgeschäft, das weiter Metro heißt, und die Elektromarkt-Gruppe Ceconomy aufgespalten – auch, um an der Börse attraktiver zu sein.