Keitas Antwort auf den Trainingseklat bei RB

Kerry Hau, Rasmus Godau, Nico Pommerenke, Lukas Rott

Naby Keita wirkte etwas isoliert.

Direkt vor Anpfiff des Testspiels gegen den türkischen Erstligisten Konyaspor im österreichischen Kematen musste der Leistungsträger der vergangenen Saison den Spielern der Startelf Torschüsse auflegen.


Anschließend war Keita zunächst eine Halbzeit zum Zuschauen verdammt und sah, wie seine Kollegen durch einen sehenswerten Freistoßtreffer von Emil Forsberg in Führung gingen. 

Einen Tag zuvor hatte Keita noch durch ein überhartes Einsteigen im Training gegen Mitspieler Diego Demme auf sich aufmerksam gemacht. Auch der geplatzte Wechsel zum FC Liverpool könnte beim Frust des Mannes aus Guinea eine Rolle gespielt haben.

Liverpools Hoffnung zunichte

Doch all das wirkte mit der Einwechslung und der ersten Ballberührung wie weggeblasen. Keita zog nicht nur das Spiel an sich. Mit temporeichen Dribblings und punktgenauen Pässen machte Leipzigs Nummer 8 die Schlagzeilen mindestens 45 Minuten lang vergessen.

Die Explosivität und Energie, die im Testkick vom zentralen Mittelfeldmann ausgingen, wirkten nicht, als ob Keita keine Lust mehr auf RB hätte.


Seine zuletzt gehegten Wechselabsichten sind ohnehin hoffnungslos. "RB Leipzig freut sich auf die nächste Saison zusammen mit Naby Keita", betonte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Mittwoch. 

Hasenhüttl stellt sich hinter Keita

Sportdirektor Ralf Rangnick erinnerte zudem auf dem Internationalen Trainerkongress des BDFL in Bochum: "Kein einziger französischer Verein wollte ihn verpflichten, als wir ihn für eine Million aus Frankreich geholt haben."

Rangnick hatte dem möglichen Weggang von Leistungsträgern in den vergangenen Wochen schon mehrfach einen Riegel vorgeschoben: "Es gibt keinerlei Schmerzgrenzen, auch nicht im dreistelligen Millionenbereich." Das gelte auch für Emil Forsberg.


Trainer Ralph Hasenhüttl fand im Anschluss an den 1:0-Testspielerfolg auf SPORT1-Nachfrage lobende Worte für die Spielfreude seines Schützlings: "Wenn Naby auf dem Platz steht, gibt er alles und will gewinnen. Er ist einer, der spielerisch den Unterschied ausmachen kann. Wenn er am Ball ist, ist es jedes Mal eine Augenweide."

Der Coach schob aber nach: "Wenn wir uns gegenseitig wegtackeln, ist das natürlich nicht optimal, weil wir keine Verletzungen haben wollen."

Insgesamt wirkt der Vize-Meister der letzten Saison im Trainingslager gefestigt, die Neuzugänge bereits fest ins System integriert.


"Zeigt, dass wir brennen und heiß sind"

Und selbst aus dem Trainingseklat um Keita zog Hasenhüttl auf SPORT1-Nachfrage ein positives Signal für die anstehende Saison: "Eine gewisse Härte ist im Spiel und Training eigentlich immer okay. Letztendlich zeigt es, dass wir brennen und heiß sind - das merkt man jetzt schon."

Der Trainer attestiert seinem Team also schon im Trainingslager die nötige Aggressivität. Die wird es brauchen in der kommenden Saison mit der Dreifachbelastung aus Bundesliga, Pokal und Champions League.

Und wenn eines in Seefeld bereits augenscheinlich ist: Der Erfolg des Vizemeisters ist eng an die Leistungsträger der vergangenen Saison gebunden - Emil Forsberg und ganz besonders Naby Keita.