"Keiner ist sicher": Johnny Depp sieht sich als Opfer der "Cancel Culture"

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Johnny Depp nutzte seinen jüngsten öffentlichen Auftritt, um über Cancel Culture zu sprechen. (Bild: 2021 Juan Naharro Gimenez / WireImage / Getty Images)
Johnny Depp nutzte seinen jüngsten öffentlichen Auftritt, um über Cancel Culture zu sprechen. (Bild: 2021 Juan Naharro Gimenez / WireImage / Getty Images)

Auf dem Filmfest in San Sebastián wurde Johnny Depp mit dem Preis für sein Lebenswerk geehrt. Der in Ungnade gefallene Schauspieler nutzte die Gelegenheit, um seinem Ärger gegenüber der Presse Luft zu machen.

Wer ist Täter und wer ist Opfer? Im Fall von Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard wird diese Frage nun schon eine ganze Weile diskutiert. Dass Depp sich definitiv als Opfer sieht, wurde auf dem Filmfest im spanischen San Sebastián deutlich. Als der 58-Jährige dort mit dem Preis für sein Lebenswerk geehrt wurde, nutzte er die Bühne, um über die sogenannte "Cancel Culture" zu sprechen. Der Begriff bezeichnet den Versuch, das vermeintliche Fehlverhalten einer zumeist prominenten Person öffentlich zu ächten und ihr öffentliche Auftritte zu verwehren. Depp zufolge ergebe sich daraus "eine sehr komplexe Situation", wie unter anderem das US-Branchenblatt "Deadline" berichtete.

Die Situation sei so weit außer Kontrolle geraten, dass niemand mehr vor "Cancel Culture" sicher sei, erklärte Depp: "Keiner von Ihnen. Keiner, der durch diese Tür geht. Keiner ist sicher". Er fuhr fort: "Es braucht nur einen Satz und es gibt kein Halten mehr. Der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen." Das sei nicht nur ihm passiert, sondern es passiere "vielen Menschen", Männern wie auch Frauen. "Leider fangen sie ab einem bestimmten Punkt an zu denken, dass es normal ist. Oder dass sie es sind. Wenn es nicht so ist."

"Stehen Sie auf"

2020 hatte Depp einen Verleumdungsprozess gegen die britische Boulevardzeitung "The Sun" verloren. Diese hatte ihn in einem Artikel als "Frauenschläger" bezeichnet. Darauf Bezug nehmend stellte Depp nun klar: "Es spielt keine Rolle, ob ein Urteil an sich eine künstlerische Freiheit genommen hat. Wenn es eine Ungerechtigkeit gibt, sei es gegen Sie oder jemanden, den Sie lieben, oder jemanden, an den Sie glauben - stehen Sie auf, setzen Sie sich nicht hin. Denn sie brauchen Sie."

Im Zuge des Urteils hatte Warner Bros. Depp aus der Filmreihe "Phantastische Tierwesen", geschrieben von der Bestseller-Autorin J. K. Rowling, entlassen. Im nächsten Jahr soll in den USA eine Verleumdungsklage von Depp gegen dessen Ex-Frau Amber Heard verhandelt werden. Heard beschuldigt Depp seit Jahren der häuslichen Gewalt. Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung, Depp in San Sebastián mit dem "Donostia Award" für sein Lebenswerk auszuzeichnen, scharf kritisiert worden.

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