Keine Windräder auf Weltkriegs-Schlachtfeld

Keine Windräder auf Weltkriegs-Schlachtfeld

Windräder auf einem Weltkriegs-Schlachtfeld: Auf diesen Plan hat der französische Energiekonzern Engie nach Protesten verzichtet. Die Gruppe räumte am Dienstag in Paris ein, das Vorhaben habe für "Aufregung in Australien" gesorgt. Unter dem Feld im nordfranzösischen Bullecourt, wo die Windräder aufgestellt werden sollten, befindet sich ein Massengrab australischer, deutscher und britischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.

Engie erklärte, die Gruppe respektiere mit ihrer Entscheidung "das Gedenken an die australischen Soldaten, die auf französischem Boden ihr Leben geopfert haben". In der Schlacht von Bullecourt nahe der Stadt Arras versuchten britische und australische Divisionen im Mai 1917, die sogenannte Hindenburg-Linie der deutschen Armee zu durchbrechen. Mehr als 2200 Australier kamen ums Leben, rund 1900 Briten und eine unbekannte Zahl an Deutschen. Viele der Soldaten wurden nie identifiziert.

Die australische Regierung hatte nach Bekanntwerden der Windrad-Pläne "Klarstellungen" von Frankreich verlangt. Veteranen und Hinterbliebene bezeichneten das Vorhaben als "barbarisch" und als "Schande". Jedes Jahr besuchen zehntausende Menschen die Schlachtfelder der beiden Weltkriege in Nordfrankreich. Die Inbetriebnahme der Windräder war für 2020 geplant.