Keine neuen Funktionen mehr für Windows-Phones

Auch die Milliarden-Übernahme der Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia brachte keine nennenswerten Marktanteile für Windows Mobile 10. Foto: Microsoft

Microsoft-Gründer Bill Gates nutzt schon eine Zeit lang kein Smartphone mit einem Windows-System mehr, sondern ist auf ein Gerät mit dem Google-System Android gewechselt. Nun erklärt der amtierende Windows-Chef das «Aus» für Windows Mobile 10 auf dem Smartphone.

Redmond (dpa) - Das Microsoft-Betriebssystem Windows 10 wird für Smartphone nicht mehr weiterentwickelt. Für die aktuelle Version Windows 10 Mobile werde es nur noch Sicherheits-Updates geben, aber keine neue Funktionen und Hardware mehr, kündigte Windows-Chef Joe Belfiore auf Twitter an.

Wann Microsoft die Unterstützung des Systems endgültig einstellt, blieb zunächst offen. Bereits im Sommer war vermutet worden, dass der Support im September 2018 enden dürfte. Aktuell sichert Microsoft für Geräte, die im April das Creators Update erhalten haben, noch einen Support bis Juni 2019 zu.

Ein großes Problem für die Attraktivität von Windows Phone und Windows 10 Mobile war offenbar auch die fehlende Unterstützung von Entwicklern. Dabei hatte sich der Software-Konzern mit der einheitlichen Plattform Windows 10, das sowohl auf mobilen als auch auf Desktop-Rechnern läuft, eine attraktive Voraussetzung für App-Entwickler erhofft.

Microsoft habe sehr intensiv daran gearbeitet, Entwickler für das System zu gewinnen und auch selbst Apps für sie zu programmieren, berichtet Belfiore auf Twitter. Doch die Anzahl der mobilen Nutzer sei den meisten Unternehmen zu klein gewesen, um in die Plattform zu investieren.

Microsoft hatte auch mit den mobilen Vorgängern keine glückliche Hand, sich gegen die großen Rivalen Apple und Google zu behaupten, die maßgeblich den Markt für mobile Betriebssysteme dominieren. Der Vorgänger Windows Phone 8.1 wird ebenfalls nicht mehr unterstützt. Zuletzt verschwand der Marktanteil von Microsoft im mobilen Bereich unter der Ein-Prozent-Grenze, hatte aber selbst zu «Hoch-Zeiten» kaum jemals mehr als 4 Prozent erreicht.

Auch die fast 9,5 Milliarden teure Übernahme der Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia hatte daran nichts ändern können. Sie sollte den Softwarekonzern in Verbindung mit High-tech-Geräten unter der Marke «Lumia» eigentlich auf die Höhe von Google und Apple im Smartphone-Markt heben, geriet aber zu einem verlustreichen Flop. Tausende Mitarbeiter kostete sie den Job. Von den Resten hatte sich der Software-Konzern bereits vor mehr als einem Jahr getrennt.

Seit geraumer Zeit macht Microsoft deshalb seine Anwendungsprogramme mehr und mehr fit etwa für Android und iOS. Selbst die meisten Microsoft-Mitarbeiter kombinieren laut Belfiore Windows und Office mit Android- und iOS-Plattformen. Dem Bericht der Unternehmens-Kennerin Mary Jo Foley zufolge arbeitet der Software-Konzern allerdings auch schon an einer neuen Plattform mit Namen Andromeda, die ab dem kommenden Jahr auf mobilen Geräten laufen solle - eine Bestätigung von Microsoft dafür gab es dazu allerdings nicht.