Keine Mentalität? Bochum-Boss wehrt sich nach 0:7

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Keine Mentalität? Bochum-Boss wehrt sich nach 0:7
Keine Mentalität? Bochum-Boss wehrt sich nach 0:7

„Dass wir so nicht auftreten dürfen, da gehe ich mit. Aber zu sagen, wir haben keine Mentalität, damit gehe ich nicht mit“, sagte Sebastian Schindzielorz einen Tag nach der heftigen 0:7-Pleite des VfL Bochum beim FC Bayern im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Sportdirektor des VfL weiß, dass beim Aufsteiger die Einstellung stimmen muss, wenn der Klassenerhalt erreicht werden will: „Wir haben auch dieses Jahr ein eigentlich eingespieltes Team, wir müssen über den Zusammenhalt kommen, so gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen gehen. Nur gegen Bayern setzt sich eben irgendwann doch die Qualität durch. Trotzdem müssen wir gegen andere Gegner besser performen.“

Lehrgeld beim deutschen Rekordmeister zahlen, das ist für die Bochumer wohl okay. Doch die Art und Weise der Niederlage warf durchaus die Frage auf, ob der Mannschaft von Trainer Thomas Reis nicht einfach die Qualität für die Bundesliga fehlt - und vielleicht auch die Erfahrung, wie Schindzielorz einräumt.

Schindzielorz: „Waren immer der Underdog“

„Die Frage ist: Wie bezahlt der VfL Bochum Erfahrung in der 1. Bundesliga? Ein Bundesliga-Spieler, der zum VfL Bochum kommt und die Qualität nachweislich hebt, der kostet eben Geld. Und wir müssen mit unseren Mitteln auskommen, das geht nur über die Gemeinschaft, und ein einzelner Spieler wird den VfL Bochum auch nicht in der Klasse halten“, stellte der 42-Jährige klar. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Geringe finanzielle Mittel, das hat in Bochum ähnlich viel Tradition wie der Fußball selbst. „Wir müssen auf Kontinuität auf Schlüsselpositionen setzen, um aus den sehr wenigen Möglichkeiten viel herauszuholen, historisch waren wir immer der Underdog. Ruhe ist auch sehr wichtig in einem Traditionsklub mit einem sehr emotionalen Umfeld“, fasst Schindzielorz zusammen.

Eine interessante Taktik hat er bei der Suche nach Spielern: „Wo sind die ablösefreien Spieler? Welche Geschichte erzählt man? Einem jüngeren Spieler erzählt man etwas über die Durchlässigkeit, dass er in Bochum den Durchbruch schaffen kann für den nächsten Schritt. Bei einem Älteren geht es vielleicht um die Verbindung zum Ruhrgebiet, das Emotionale.“

Effenberg: „Ein Stück Naivität“

Und aus sportlicher Sicht? „Du musst dich in der 1. Liga erst mal daran gewöhnen, dass du weniger den Ball hast als in der 2. Liga. Das musst du jetzt schnell lernen“, sagt Felix Kroos, der seine Karriere im Sommer beendete, im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.

„Du musst besser verteidigen, wenn du mit acht Spielern in der Bayern-Hälfte bist und dann mit einem langen Ball so ausgehebelt wirst, dann ist das schon ein Stück Naivität“, glaubt SPORT1-Experte Stefan Effenberg.

Wenn der Klassenhalt gelingt, dann könnte sich Bochum wieder dauerhaft in der Bundesliga etablieren. Das Konzept dafür hat Schindzielorz: „Wir müssen Wege finden, um Geld in den Klub zu kriegen. Wir sind in der Entwicklung sehr gut unterwegs, wir haben einen Dauerkarten-Rekord, verkaufen so viele Trikots wie noch nie, die Mitgliederzahlen gehen durch die Decke. Wir versuchen zudem, die Talente aus dem eigenen Stall weiterzuentwickeln.“

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