„Keine gute Idee, sich mit der IG Metall anzulegen“: Gewerkschafter drohen Elon Musk — der Tesla-Chef stellt sich stur

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Tesla-Chef Elon Musk bei einer Preisverleihung in Berlin.
Tesla-Chef Elon Musk bei einer Preisverleihung in Berlin.

Erst kürzlich hat Tesla-Chef Elon Musk Jeff Bezos als reichster Mann der Welt abgelöst, Tesla hatte 2020 sein bestes Jahr. In seinem Bestreben nach immer größeren Erfolgen kann Musk jedoch eines überhaupt nicht gebrauchen: Gewerkschaften. Doch genau die machen ihm nun in Deutschland ordentlich Druck. Der Grund dafür ist Musks Abneigung gegenüber den für den Arbeitgeber kostspieligen Tarifverträgen. Die will der Tesla-Chef für die Arbeitnehmer, die bald in seiner Gigafactory im brandenburgischen Örtchen Grünheide bei Berlin anfangen, nicht unterzeichnen.

Das wiederum empört laut „Bloomberg“ die Gewerkschaft IG Metall, die mit fast 2,3 Millionen Mitgliedern als größte Arbeitnehmervertretung des Landes gilt (Verdi hat knapp zwei Millionen). Musk habe einen Brief der IG Metall, in der diese auf den Wunsch nach Tarifverträgen hingewiesen hätten, ignoriert. Dann kam es zu Protesten seitens der Gewerkschafter, als Tesla einen Mercedes-Werksleiter aus der Autofabrik in Berlin-Marienfelde abwarb – die Belegschaft soll er mit einer SMS über seinen Abgang informiert haben, wie Business Insider berichtete.

Tarifverträge „kein Teufelswerk“

Tarifverträge seien kein Teufelswerk, sondern für gute Beziehungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zwingend erforderlich, habe es aus Gewerkschaftskreisen geheißen, wie "Bloomberg" berichtet. Demnach habe Christian Bäumler, Vize-Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (eine Arbeitnehmer-nahe Vereinigung der CDU), betont, dass es für einen Autobauer keine gute Idee sei, in permanentem Konflikt mit der IG Metall zu stehen. Denn die habe organisatorische Macht, habe Geld und habe Erfahrung. "Sie kann einen langen Kampf durchstehen", so Bäumler.

Musk auf der anderen Seite verfüge jedoch ebenfalls über viel Macht, viel Geld und viel Erfahrung, erfährt unter anderem die volle Unterstützung des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier. Unter anderem habe der gesagt, dass die Revolution der Autoindustrie in Richtung Elektromobilität ohne Elon Musk nie möglich gewesen wäre.

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im Dezember 2020. Er wurde nun geprüft und aktualisiert.

ph

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