Keine Gummis für Olympia: Warum die Spiele in Tokio ein Flop für die Kondom-Industrie werden

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Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen das größte Sportfest der Welt werden. Doch die Erwartungen sind durch die Corona-Pandemie gedämpft. Erstmals seit der Einführung der modernen Spiele in Athen 1896 findet das Event nicht in einem Schaltjahr, sondern zwölf Monate später statt. Und noch etwas wird sich bei diesen Spielen ändern. Die typischen Olympia-Kondome werden von den Herstellern erst am Ende des Wettkampfs verteilt.

Seit den Olympischen Spielen 1988 in Seoul werben Kondomhersteller während der Spiele für ihre Verhütungsprodukte und verteilen die Kondome als Teil einer Anti-HIV-Kampagne an die Sportler. Bei den letzten Sommerspielen in Rio de Janeiro wurde noch ein Kondom-Rekord aufgestellt: 450.000 Latex-Gummis wurden an die Teilnehmer der Spiele ausgegeben.

Verteilte Kondome bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro.
Verteilte Kondome bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro.

Diesmal ist jedoch alle anders. Aufgrund der Pandemie sind die Hygieneregeln bei den Spielen von Tokio besonders streng. Unnötiger körperlicher Kontakt soll vermieden werden. Dazu gehört der Ansicht des Komitees nach auch Sex. Wer dagegen verstößt, wird mit einer Geldbuße bestraft. Bei schweren Vergehen droht sogar die Disqualifikation vom Wettkampf oder die Ausweisung aus Japan.

Die geplanten 160.000 Kondome erhalten die Sportler nun erst bei der Abreise. Hersteller wie Sagami Rubel Industries kritisieren die Entscheidung des Komitees, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die erhoffte PR bleibt aus. Auch Alkoholhersteller müssen sich auf nüchterne Spiele einrichten. In den Stadien ist den bis zu 10.000 zugelassenen Zuschauer untersagt, Alkohol zu konsumieren. Auch die Athleten dürfen lediglich in privaten Räumen Bier und andere Spirituosen konsumieren.

Die Austragung der Olympischen Spiele wird in Japan generell sehr kritisch beäugt. In dem Land flacht gerade erst eine vierte Corona-Welle ab. Nur drei Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Das IOC verspricht hingegen, dass zu Beginn der Spiele am 23. Juli 80 Prozent aller Athleten vollständig gegen das Virus immunisiert wurden.

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