Keine Drogen im Spiel: Ärzte bestätigen Suizid von Chester Bennington

In der Musik und dem Auftreten von Chester Bennington schwang stets etwas Düsteres mit. (Bild: dpa)

Seit Donnerstag dieser Woche ist die Rock-Welt um einen Musiker ärmer: Der Sänger von Linkin Park, Chester Bennington, wurde in seinem Haus tot aufgefunden. Laut ersten Gerüchten soll er sich erhängt haben. Die Gerichtsmedizin der Stadt Los Angeles, wo der Musiker bis zuletzt lebte, bestätigte nun den Verdacht: Der 41-Jährige hat sich selbst das Leben genommen.

Dies teilte der stellvertretende Ermittlungschef der rechtsmedizinischen Behörde, Ed Winter, noch am Freitag mit. Es wurden zudem weitere Details um den Tod von Bennington publik: Eine Hausangestellte soll den Musiker am Donnerstagmorgen leblos vorgefunden und unmittelbar die Polizei kontaktiert haben. Im Schlafzimmer fanden die Beamten eine halb leere Flasche Alkohol.

Chester Bennington singt beim Begräbnis seines Freundes Chris Cornell im Mai den Leonard-Cohen-Song “Hallelujah”. (Bild: dpa)

Illegale Substanzen wurden in dem Haus allerdings nicht gefunden – Chester Bennington kämpfte mehrere Jahre gegen eine Alkohol- und Drogensucht an. Ob der Linkin-Park-Sänger zum Zeitpunkt seines Todes Drogen im Blut hatte, wird man erst kommende Woche mit Sicherheit ausschließen können, wenn der vollständige Autopsiebericht vorgelegt wird.

Auch ein weiteres Detail wurde bekannt: Einen Abschiedsbrief hat der Sänger offenbar nicht hinterlassen. Einige Fans werten dafür die bewegende Botschaft, die Bennington seinem vor kurzem ebenfalls durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Freund Chris Cornell schrieb, als eine Art Abschiedsbrief.

Chris Cornell war einer von Chester Benningtons besten Freunden. (Bild: AP Photo)

Darin schrieb Bennington: „Ich kann mir eine Welt ohne dich nicht vorstellen“. Cornell, ehemaliger Sänger der Band Soundgarden, hatte sich im Mai ebenfalls in seinem Haus erhängt.

Mike Shinoda, Mitmusiker und Freund von Chester Bennington, schrieb auf seinem Twitter-Account noch am Donnerstag: „Geschockt und untröstlich, aber es ist wahr.“

Linkin Park haben ihre anstehende Nordamerika-Tour nun auch offiziell abgesagt. Das teilte der Konzertveranstalter Live Nation mit. In den Nuller Jahren waren Linkin Park eine der erfolgreichsten Rockbands, alleine das Debütalbum „Hybrid Theory“ hat sich in den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Erst vor zwei Monaten hatte die Band ein neues Album veröffentlicht. Es trägt den Namen „One More Light“.