Kein rasches Ende von Streiks in Call-Centern der Deutschen Bank

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FRANKFURT/BERLIN/ESSEN (dpa-AFX) - Bei den seit Samstag laufenden unbefristeten Streiks in den Call-Centern der Deutschen Bank zeichnet sich kein rasches Ende ab. Die Entschlossenheit der Streikenden sei groß, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Roman Eberle, am Dienstag auf Anfrage. "Jetzt läuft es vermutlich darauf hinaus, wer den längeren Atem hat."

Die Gewerkschaften Verdi und DBV hatten die Beschäftigten der DB Direkt GmbH in Berlin und Essen zum Streik aufgerufen, Eberle sprach von einer hohen Beteiligung. Bankkunden hätten bei Anrufen in den Call-Centern teilweise 45 Minuten und länger warten müssen. Zu den Aufgaben der DB Direkt zählen neben dem telefonischen Kundendienst auch der Direktvertrieb ausgewählter Bankprodukte der Deutschen Bank.

Verdi fordert in den seit Juli laufenden Tarifverhandlungen für die etwa 650 Beschäftigten sechs Prozent mehr Gehalt rückwirkend ab dem 1. April 2020, mindestens aber 150 Euro. Zudem will die Gewerkschaft eine Wahloption zwischen Geld und Freizeit sowie die Einführung eines 13. Monatsgehaltes durchsetzen. Der Arbeitgeber hat Verdi zufolge in den bisher vier Verhandlungsrunden 1,5 Prozent mehr Geld ab November 2020 und ein weiteres Plus von 1,5 Prozent ab Januar 2022 angeboten.