Kein Gedanke an drohendes Aus: Warum Kwjat bis zuletzt alles gibt

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Obwohl Daniil Kwjat weiß, dass die Aussichten auf einen Verbleib in der Formel 1 äußerst gering sind, will er bis zum Saisonende weiter Gas geben. Denn man wisse nie, welche Chancen sich vielleicht ergeben können, sagt er und denkt dabei etwa an Nico Hülkenberg, der 2020 zu unverhofften Einsätzen kam und sich dabei nachhaltig empfehlen konnte.

Trotz eines starken vierten Platzes in Imola droht Kwjat sein Cockpit bei AlphaTauri für 2021 zu verlieren. Der Japaner Yuki Tsunoda wird den Platz bekommen, sollte er am Ende der Saison genügend Punkte für die Superlizenz zusammenbekommen. "Ich habe keine Illusionen, dass die Dinge schwierig aussehen", sagt Kwjat. "Fakt ist: Die Chancen sind gering."

Er weiß, dass Red Bull sein Juniorenprogramm hat und das auch promotet werden muss. "So war es schon immer, und ich sehe keinen Grund, warum sich das für mich ändern sollte", sagt er.

Vorbild Nico Hülkenberg

In den verbleibenden vier Saisonrennen will sich Kwjat aber noch einmal ins Rampenlicht rücken, wie er das auch in Imola konnte, als er mit starken Überholmanövern - unter anderem außen in Piratella gegen Charles Leclerc - glänzte. "Es ist wichtig, immer bis zum letzten Moment Gas zu geben", betont er. "Denn daran wird man sich immer erinnern."

Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01

Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01<span class="copyright">Charles Coates / Motorsport Images</span>
Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01Charles Coates / Motorsport Images

Charles Coates / Motorsport Images

Er weiß, dass der letzte Eindruck immer am stärksten haften bleibt. Ein gutes Beispiel ist für ihn dabei Hülkenberg, auf dessen Dienste 2020 bei Coronafällen zurückgegriffen wurde, und der sich damit wieder für ein Stammcockpit empfohlen hat. "Du weißt nie, was passiert. Es ist wichtig, immer bereit zu sein. Du möchtest, dass die Teams dich gut in Erinnerung behalten", so Kwjat.

Daher müsse man immer Gas geben, was er aber ungeachtet dessen immer tun würde. "Selbst mit all diesen Gerüchten um meine Zukunft komme ich immer noch jedes Mal zu den Rennen und das Team weiß, dass ich abliefern werde."

Gerüchte kein Störfeuer

"Und man weiß nie, was innerhalb von Red Bull passieren kann", sagt er. Daher will er sich nur auf seine Leistung konzentrieren und Gedanken über sein mögliches Formel-1-Aus abschütteln. "Das hilft ja eh nicht. Ich weiß ja, dass die Chance groß ist, dass ich im kommenden Jahr nicht mehr da bin."

Andere würden von den Gerüchten vielleicht beeinflusst werden - er nicht. "Ich habe mich da enorm verbessert", betont er. "Vielleicht haben mich solche Dinge in der Vergangenheit ziemlich beeinflusst, aber jetzt stört mich das nicht."

In Imola habe er daran keinen Gedanken verschwendet und konnte so ein gutes Ergebnis für sein Team holen. "Ich denke nur daran, wie ich das Beste für mich und für mein Team abliefere", betont er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.