Kein Dacia-LMP1: Perrinn-Kunde wollte nicht zahlen


Die Hoffnung auf acht private LMP1-Fahrzeuge für die WEC-Saison 2018 hat sich erst einmal erledigt: Perrinn Ltd. hat den Kunden, den Nicolas Perrin Mitte Mai verkündet hat, unverschuldet wieder verloren. Es handelte sich 'Dailysportscar.com' zufolge um ART Racing Services. Diese Unternehmung steht in keinerlei Verbindung zum ART-Team, das in diversen Formelkategorien und kurzzeitig in der DTM antritt beziehungsweise angetreten ist. Der Plan klingt so verrückt, dass er einfach scheitern musste.

So wollte ART Racing Services von Perrinn Ltd. zwei Open-Source-LMP1 kaufen, diese in Dacia umbenennen und mit Renault- beziehungsweise rumänischen Staatsgeldern in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) einsetzen. Der rumänisch-stämmige Niederländer Frank van Nunen (einst involviert im LMP2-Team Kruse-Schiller) hat die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. So ist ein Deal mit Dacia nicht zustande gekommen und externe Sponsoren wurden nicht in ausreichender Menge gefunden. So konnte ART Racing Services die Perrinn-LMP1 bis zum Verstreichen der Deadline nicht bezahlen.

Nicolas Perrin erklärt: "Wir waren bereit und haben die Arbeit an den Fahrzeugen begonnen, um sie wie vereinbart auszuliefern. Leider ließ sich das nicht in die Tat umsetzen. Ich bin überzeugt, dass unser Open-Source-Modell viel zu bieten hat, aber für den Moment muss das auf die Zukunft verschoben werden."

Der frühere Williams-Formel-1-Ingenieur hat sich derweil ein neues Betätigungsfeld gesucht: Der LMP1-Bolide, der mittlerweile den Namen "Project 424" trägt, soll rein elektrisch werden und 2019 unter Garage-56-Regeln zum Einsatz kommen. Dieses Fahrzeug soll vollelektrisch und autonom fahren, wie sich so mancher derzeit die Zukunft der Mobilität erträumt.

Der Plan sieht vor, dass der Bolide eine Outlap im GTE-Tempo fährt, dann eine fliegende Runde mit LMP1-Speed, dann völlig autonom auf der Inlap in GTE-Geschwindigkeit an die Box zurückfindet, wo er dann 15 Minuten lang aufgeladen wird. Das Fahrzeug käme so im Idealfall auf zweieinhalb Stints pro Stunde. Allerdings gab es auch schon zahlreiche Garage-56-Projekte, die sich nicht materialisiert haben.

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