Kein Brexit-Profiteur: Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus

dpa
Bankenviertel Frankfurt am Main

Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Sowohl die Kandidatur von Frankfurt am Main für den Standort der Bankenaufsicht EBA als auch die von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fielen am Montag in Brüssel einem EU-internen Abstimmungsverfahren durch. Das Rennen um den EBA-Sitz gewann Paris knapp vor Dublin, das um den EMA-Standort die niederländische Hauptstadt Amsterdam vor Mailand. Beide Entscheidungen mussten per Losverfahren fallen, weil es in beiden Vergabeverfahren in der Stichwahl ein Unentschieden gab.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Grüne) reagierten mit Bedauern. „Die Bundesregierung hat mit Frankfurt eine sehr gute Bewerbung abgegeben, die wir gern und nach Kräften unterstützt haben. Nun gratulieren wir Paris, das den Zuschlag erhalten hat. Der Finanzplatz Frankfurt wird auch ohne EBA nach dem Brexit der bedeutendste Finanzplatz auf dem europäischen Kontinent sein“, sagten die beiden Politiker laut einer Mitteilung Landesregierung in Wiesbaden.

Die für die Bewertung und Überwachung von Arzneimitteln zuständige EMA ist derzeit wie die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA in London beheimatet. Beide Behörden sollen wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27 bleibenden EU-Länder umgesiedelt werden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte den EU-Beschluss für Paris als neuen Standort der europäischen Bankenaufsicht euphorisch. „Glücklich und stolz für unser Land“, teilte der Staatschef am Montagabend via Twitter mit. Es handele sich um die „Anerkennung der Attraktivität und des europäischen Engagements Frankreichs“.

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