Katrin Vernau zu RBB-Interimsintendantin gewählt

Der Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) hat die bisherige Verwaltungsdirektorin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Katrin Vernau, zur Interimsintendantin des Senders gewählt. Dies teilte der RBB am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Gremiums mit. Eine Findungskommission hatte die 49-Jährige demnach dem Rundfunkrat als einzige Kandidatin für die Interimsintendanz vorgestellt.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin war vor ihrer Tätigkeit beim WDR Partnerin bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Von 2002 bis 2012 war sie zudem Kanzlerin an den Universitäten in Ulm und Hamburg. Die neue Interimsleiterin darf maximal ein Jahr amtieren, dann muss ein regulär gewählter Intendant oder eine Intendantin übernehmen.

Vernau folgt auf Patricia Schlesinger, die nach zahlreichen gegen sie erhobenen Vorwürfen hinsichtlich ihrer Amtsführung beim RBB Anfang August zuerst den ARD-Vorsitz abgegeben hatte und wenig später auch als RBB-Intendantin zurückgetreten war. Später kündigte der Verwaltungsrat des Senders Schlesinger zudem fristlos.

Gegen die 61-Jährige, ihren Ehemann sowie den mittlerweile zurückgetretenen RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf ermittelt zudem die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Dabei geht es um den Verdacht der Untreue und der Vorteilsnahme.

Berichten zufolge soll Schlesinger etwa Abendessen in ihrer Privatwohnung, für die der RBB aufkam, nicht richtig abgerechnet und ihren sehr hochwertigen Dienstwagen auch für Privatfahrten genutzt haben. Berichtet wurde zudem über kostspielige Büroumbauten.

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