Katar antwortet auf Forderungen der Blockadeländer

Nach einer zwölftägigen Frist antwortet Katar auf den Forderungskatalog anderer arabischen Staaten. Der Konflikt dem Emirat wirkt sich auch negativ auf das Wirtschaftsrating des Landes aus.


In der Krise am Golf haben Katars Kontrahenten die Antwort des Emirats auf ihren Forderungskatalog erhalten. In einer gemeinsamen Stellungnahme nur wenige Stunden vor einem Treffen der Außenminister von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain und Ägypten teilten die Staaten am Mittwoch mit, sie würden ihrerseits „rechtzeitig“ antworten. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Außenminister der vier Länder werden sich später am Tag in Kairo treffen. Die Ratingagentur Moody's senkte angesichts des Konflikts die Wirtschaftsaussichten für Katar. Als Grund nannte sie in einer Erklärung, dass eine Phase der Unsicherheit bis in das Jahr 2018 wahrscheinlich und eine schnelle Lösung des Konflikts nicht absehbar sei.


Bei dem Treffen in Kairo könnten neue Sanktionen gegen Katar beschlossen werden. Der Inhalt des Briefes, der über den Vermittler Kuwait übergeben wurde, ist unbekannt. Da sich Katar wiederholt ablehnend zu den weitreichenden Forderungen äußerte, wird kein Einlenken des Emirats erwartet.

Anfang Juni hatten die Länder die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und den Schritt damit begründet, das Emirat unterstütze extremistische Gruppen. Katar wies diesen Vorwurf bisher immer zurück. Die vier arabischen Nationen stellten einen Katalog mit 13 Forderungen an Katar, den der Golfstaat aus ihrer Sicht erfüllen muss, damit sich das Verhältnis wieder normalisiert. Sie verlangen unter anderem, dass das Emirat seinen TV-Kanal Al-Dschasira schließt, die Beziehungen zum Iran zurückfährt und alle türkischen Soldaten ausweist. Erst dann wollen sie ihre Blockade Katars aufheben.


Eigentlich hatte Katar zehn Tage für eine Antwort Zeit, das Emirat bekam jedoch auf Wirken des Vermittlers in dem Konflikt, Kuwait, zwei weitere Tage zugesprochen. Diese Frist war am Mittwochmorgen abgelaufen.

Bei seiner Golfreise besucht Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch Kuwait, nachdem er zuvor nach Saudi-Arabien, in die VAE und nach Katar gereist war. Gabriel bemüht sich um eine Entspannung in dem Konflikt.