Katalonien: Unabhängigkeitsreferendum spaltet

Egal, wie man auch dazu steht – das illegale Unabhängigkeitsreferendum ist Gesprächsthema Nummer Eins in Katalonien. Überall wird über das Pro und Contra diskutiert. So auch bei Francesc und Xavi Oliveres in Tarragona. Xavi und seine Frau Cristina sind zwar dafür, dass abgestimmt wird – von einem unabhängigen Katalonien halten sie jedoch nichts. “Ich werde mit “nein” stimmen, weil ich nicht glaube, dass Unabhängigkeit die Lösung ist”, so Xavi Oliveres. “Es gibt zu viele Probleme im Land und auf der Welt, als dass wir getrennt sein sollten.”

Francesc Oliveres: “Ich werde mit “ja” stimmen. Es ist zwar nicht das Allheilmittel, aber die Lösung zu einem Problem, das wir seit Beginn der Demokratie zwischen Spanien und Katalonien haben.”

Eigentlich versucht die Familie, politische Diskussionen zu vermeiden, aber mit dem Referendum ist das unmöglich geworden. Xavi und Cristina Rodríguez stehen als Unabhängigkeitsgegner in ihrer Familie ziemlich allein da. Doch die Diskussionen sind bisher immer glimpflich ausgegangen, sagt Rodríguez: “Zum Glück gehen wir respektvoll miteinander um, das Thema spaltet uns nicht. Aber das hängt von den Leuten ab, in einigen Familien könnte das der Fall sein.”

Mercè Arts, Frau von Francesc Oliveres, sagt: “Wir diskutieren und es gibt unterschiedliche Meinungen. Jeder versucht den anderen zu überzeugen. Am Ende führt das zu nichts, weil alle doch bei ihrem Standpunkt bleiben.”

“Der Großteil der Katalaninnen und Katalanen ist dafür, dass es ein Referendum gibt”, so euronews-Korrespondentin Cristina Giner. “Bei der Unabhängigkeit ist die Bevölkerung gespalten. Laut den letzten Umfragen waren 49,4 Prozent dagegen und 41,4 Prozent dafür.”